Anschlag auf Religionsschule
Radikale Palästinenser töten acht Menschen

Bei einem Anschlag palästinensischer Extremisten auf die Religionsschule Merkas Harav in Jerusalem sind mindestens acht Menschen getötet worden, darunter auch die beiden Angreifer. Zwanzig Menschen sind nach einem Medienbericht durch den Anschlag verletzt worden. Noch hat sich niemand zu dem Terrorakt bekannt.

HB JERUSALEM. Zwei bewaffnete Palästinenser haben am Donnerstag Rettungsdiensten zufolge in einer jüdischen Religionsschule in Jerusalem acht Menschen erschossen. Wie der Rettungsdienst Zaka mitteilte, wurden auch die beiden Angreifer bei dem Überfall auf das Merkas-Haraw-Seminar getötet. 20 Menschen seien verletzt worden. Das israelische Fernsehen berichtete, möglicherweise habe ein dritter Attentäter entkommen können. Rund 50 Krankenwagen rasten zum Tatort. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Augenzeugen berichteten, die beiden Bewaffneten hätten das Schulgelände betreten und das Feuer eröffnet, als dort eine religiöse Veranstaltung stattfand. „Ich sah, wie sich Polizisten und Bürger, die bewaffnet waren, mit den Attentätern einen Schusswechsel lieferten“, sagte ein Augenzeuge. „Die Schießerei dauerte ungefähr zehn Minuten.“ Polizisten mussten verzweifelte Eltern zurückhalten, die nach ihren Kindern suchten. Vor dem fünfstöckigen Gebäude skandierte eine Menschenmenge „Tod den Arabern“.

Im palästinensischen Gazastreifen wurde der Angriff dagegen mit Jubel aufgenommen. Bewaffnete gaben Freudenschüsse in die Luft ab. „Dies ist die Rache Gottes“, war in Gaza aus Lautsprechern zu hören. Erst vor kurzem beendete dort das israelische Militär eine Offensive gegen Extremisten, bei der mehr als 120 Menschen ums Leben kamen. Hamas-Vertreter Sami Abu Suhri sprach von einer Heldentat, die „eine natürliche Reaktion auf das zionistische Massaker“ sei.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte am Abend in Berlin die Tat als verbrecherischen Akt. „Der heutige Anschlag in Jerusalem erfüllt mich mit Entsetzen“, erklärte Steinmeier. „Unser Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde den Familien und den Angehörigen der Opfer.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%