Anschlag auf saudischen Botschafter
USA werfen Iran Terror-Pläne in Washington vor

Der iranische Geheimdienst soll einen Anschlag auf den saudischen Botschafter in Washington geplant haben - mit Hilfe mexikanischer Drogenbosse. Einer der Verdächtigen hat jahrzehntelang in den USA gelebt.
  • 12

WashingtonAdel Al-Jubeir ist ein häufig gesehener Gast in der Washingtoner Gesellschaft und bekannt als regelmäßiger Studiogast im TV-Sender CNN. Bestens vernetzt, vertritt er als Botschafter die Interessen Saudi-Arabiens in der Hauptstadt des großen Verbündeten.

Deshalb sollte er sterben.

Wie US-Justizminister Eric Holder am Dienstag vor der Presse enthüllte, sollen zwei iranischstämmige Männer einen „Anschlag mit Massenvernichtungswaffen“ auf Al-Jubeir in Washington vorbereitet haben. Möglicherweise hätte er in einem Restaurant in die Luft gesprengt werden sollen. Auch die israelische Botschaft sei ein potenzielles Ziel gewesen.

Besonders delikat: Die iranische Regierung soll direkt in die Pläne verwickelt sein. Einer der beiden Verdächtigen sei Mitglied der Quds-Brigaden, eine Elitetruppe der Revolutionsgarden, die vorzugsweise im Ausland operiert. „Das war direkt von hohen Quds-Beamten angeleitet“, sagte Holder. Iran und Saudi-Arabien haben ein gespanntes Verhältnis.

Holder kündigte an, die USA würden Iran zur Verantwortung ziehen. „Das ist eine unerhörte Verletzung internationalen Rechts“, sagte der Minister. Ein einmaliger Vorgang: Noch nie zuvor hatte die US-Regierung die iranische Regierung direkt einer Beteiligung an einem Terroranschlag außerhalb des Landes beschuldigt. Beobachter erwarten nun weitreichende diplomatische Konsequenzen.

Die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad dagegen wies jede Beteiligung kategorisch zurück. „Das sind Kindergeschichten“, sagte ein Sprecher. Die US-Regierung wolle nur von der miserablen Wirtschaftslage ablenken, indem sie Bedrohungen von außen erfinde.

Die Behörden in Washington sind sich dagegen ziemlich sicher, dass Manssor Arbabsiar und Gholam Shakuri den Botschafter im Auftrag der iranischen Regierung töten sollten.

Arbabsiar, ein Amerikaner iranischer Abstammung, soll sich nach Angaben eines V-Mannes des FBI mehrfach zur Vorbereitung in Mexiko aufgehalten und dortige Drogenkartelle eingespannt haben. Er habe ihnen 1,5 Millionen Dollar für deren Hilfe geboten. Arbabsiar  wurde am 29. September auf dem New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen. Noch heute soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Seite 1:

USA werfen Iran Terror-Pläne in Washington vor

Seite 2:

"Wie ein Hollywood-Drehbuch"

Kommentare zu " Anschlag auf saudischen Botschafter: USA werfen Iran Terror-Pläne in Washington vor "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ist das billig. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

    „Es wäre wie in einem Drehbuch aus Hollywood gewesen, sagte FBI-Chef Robert Mueller. „Und es hätte viele Menschenleben gekostet“.

    Es ist ein Hollywood-Drehbuch!

    Außerdem fehlt da ein Anführungszeichen in dem Zitat, aber korrektes Zitieren ist ja nicht mehr so angesagt... ;-)

  • Hahahahaha XD .. Vielen Dank für die nette Unterhaltung, Hand"lungs"blatt.

    Ich habe ehrlich gesagt darauf gewartet, dass so ein "Trigger" wieder in die Schlagzeilen kommt.
    Die Wirtschaft der USA funktioniert halt fast nur in Form von Krieg im Ausland, und auch für die nächst folgenden Event braucht man wieder eine "Rechtfertigung" solange man die Medienfolgenden noch nicht total verblödet abgeschaltet hat.
    http://rt.com/on-air/

    Liebe Grüße

    K.K.
    Aber die Idee ist nichts Neues. Wer den "Report of Iron Mountain" unter anderen Quellen sich einmal angeschaut hat, weiss , was ich meine.

    Wie erzeugt man ein zwingend notweniges Wirtschaftswachstum, wenn die die Gesellschaft gesättigt ist?

    Mein Beileid geht an all die Menschen dort unten, die sich zukünftig gezwungenermaßen mit dem Konflikt vor der Haustür auseinandersetzen müssen und enorm an Lebensqualität einbüßen werden.

    Zum Schluss noch eine Empfehlung an die Lesenden hier.

    Seid kritisch. Verlasst euch auf eure instinktive Beurteilungskraft und stellt Sachen in Frage. Hier ein Sender, welcher bezüglich dieser Dinge gute Kritik bietet.

  • Wie die Kommentare zeigen, kommt die Sache 'beim Volk' gottseidank nicht so recht an. Dennoch ist es bemerkenswert, dass auch seriöse Zeitungen wie das Handelsblatt so einen Kriegspropagadablödsinn eine Meldung für wert halten. Warum kann man nicht einfach mal auf "soll-gewesen-sein"-Meldungen verzichten? Da schlägt man den Kriegstreibern schon einiges aus der Hand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%