Anschlag im Gazastreifen
Hamas hetzt auf US-Ziele

Nach dem israelischen Angriff auf Wohnhäuser im Gazastreifen hat die Hamas die Muslime in aller Welt zu Anschlägen auf amerikanische Ziele aufgerufen. Bisher hatten sich die Terrorakte der Organisation vor allem gegen israelische Ziele gerichtet. Auch von neuen Selbstmord-Anschlägen spricht die Hamas.

HB GAZA. Amerika leiste politische und finanzielle Unterstützung für „die Verbrechen der zionistischen Besatzungsmacht und ist verantwortlich für das Massaker von Beit Hanun“, hieß es in einer Erklärung, des militärischen Flügel der Hamas die am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP in Gaza zugeleitet wurde. Deswegen müssten „dem amerikanischen Feind harte Lektionen“ erteilt werden.

Bisher hat die Hamas ausschließlich Angriffe auf israelische Ziele betrieben, so dass die Erklärung einen Richtungswechsel darstellen könnte. Ein Anführer der Hamas hat zudem eine Wiederaufnahme von Selbstmordanschlägen gefordert. Damit solle das „schreckliche Massaker“ gerächt werden, sagte Nisar Rajan.

Bei einem israelischen Panzerangriff auf Wohnhäuser bei der Stadt Beit Hanun im Gazastreifen sind am Mittwoch mindestens 18 Menschen im Schlaf getötet und 40 verletzt worden. Unter den Opfern sind nach Klinikangaben auch acht Kinder. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verurteilte den Angriff als “schreckliches Massaker der Besatzungsmacht an unseren Kindern, Frauen und Alten“.

Fünf Panzergranaten schlugen am Morgen innerhalb von 15 Minuten in einem Wohngebiet nördlich der Stadt Beit Hanun ein, wie palästinensische Polizisten mitteilten. Die getroffenen Häuser gehörten der Großfamilie Alathamna, zu der 13 der 18 Toten gehören. Der 75-jährige Rahwi Hamad sagte, er sei von schweren Explosionen aus dem Schlaf gerissen worden. Als er aus dem Haus getreten sei, habe er blutende und schreiende Menschen gesehen. In den Häusern seien Bewohner verstümmelt worden.

Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Gebiet angegriffen worden, aus dem Raketen auf Israel abgeschossen worden seien. Der Angriff sei aus großer Entfernung erfolgt. Die Armee kündigte eine Untersuchung an. Verteidigungsminister Amir Perez ordnete an, dass solange alle Artillerieangriffe auf den Gazastreifen eingestellt werden sollten. Beit Hanun stand in den vergangenen Tagen im Mittelpunkt einer israelischen Offensive, bei der in einer Woche etwa 50 Palästinenser getötet wurden, zumeist Mitglieder militanter Organisationen.

Vor der Kamal-Adwan-Klinik im nördlichen Gazastreifen versammelten sich am Morgen mehrere tausend Palästinenser und riefen nach Rache. Der örtliche Hamas- Führer Nisar Rajan kündigte weitere Raketenangriffe und Selbstmordanschläge auf Israel an und sagte: „Alle unsere Märtyrer warten, die Rache wird kommen.“ Auch der Islamische Dschihad drohte Israel mit Vergeltung.

In der Stadt Gaza versuchten Schüler, eine leere Vertretung der EU zu stürmen. Sie warfen mit Steinen und Flaschen. Palästinensische Polizisten hinderten sie daran, in das Gebäude einzudringen.

Das palästinensische Kabinett kam zu einer Krisensitzung zusammen. Der Ministerpräsident Ismail Hanija erklärte die Gespräche über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit für ausgesetzt. Hamas-Sprecher Ghasi Hamad forderte den Ausschluss von Israel aus den Vereinten Nationen.

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