Anschlag in Afghanistan
Gefallener Soldat kommt aus Nordrhein-Westfalen

Erneut ist die Bundeswehr in Afghanistan Ziel einer Attacke geworden. Ein Soldat kam dabei ums Leben, fünf weitere wurden verwundet. Der Verteidigungsminister äußerte Trauer - will aber am Kurs des Einsatzes festhalten.
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KundusFünf Tage nach dem verheerenden Anschlag in Nordafghanistan ist in der Region erneut ein deutscher Soldat getötet worden. Die Bundeswehr bestätigte den Tod des Soldaten bei einem Sprengstoffanschlag in der Provinz Baghlan am Donnerstag. Demnach wurden außerdem zwei Bundeswehr-Soldaten schwer und drei weitere leicht verletzt. In der Unterrichtung des Einsatzführungskommandos ans Parlament heißt es: „Bei dem Anschlag wurde ein Schützenpanzer Marder angesprengt, dabei ist ein deutscher Soldat gefallen.“

Der Soldat ist der vierte getötete Deutsche in Nordafghanistan in nicht einmal zehn Tagen. Zu dem Anschlag kam es um 9.54 Uhr Ortszeit (07:24 Uhr MESZ) 36 Kilometer südlich von Kundus. Die Verletzten seien per Hubschrauber ins Feldlazarett ins Bundeswehr-Camp nach Kundus gebracht worden. Der getötete Soldat sei noch „am Anschlagsort gefallen“, heißt es in der Unterrichtung für die Abgeordneten.

Der Tote stammt aus einer Einheit in Nordrhein-Westfalen. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, handelt es sich um einen 23-jährigen Oberstabsgefreiten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ aus Augustdorf. Auch die die fünf Verwundeten gehören dieser Einheit an: ein 30-jähriger Hauptfeldwebel, ein 27-jähriger Stabsunteroffizier, zwei Hauptgefreite im Alter von 24 und 21 Jahren sowie ein 46-jähriger Feldwebel der Reserve, der als Sprachmittler eingesetzt war. Die zum Teil schwer verwundeten Soldaten befinden sich demnach in Rettungszentren in Kundus und Masar-e-Sharif.

Erst am vergangenen Samstag waren bei einem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar zwei deutsche Soldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Unter den Verletzten des Anschlags von Talokan ist der deutsche Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe für Nordafghanistan, General Markus Kneip. Eine Soldatin wurde schwer verwundet und befindet sich weiter in einem kritischen Zustand, aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Am Mittwoch vergangener Woche war außerdem bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in der Provinz Kundus ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat und ein afghanischer Übersetzer waren bei der Attacke verletzt worden.

Baghlans Gouverneur Munschi Abdul Madschid sagte am Donnerstag, ein Sprengsatz am Straßenrand habe in dem Ort Anarchel im Distrikt Baghlan-e-Markasi ein gepanzertes Fahrzeug ausländischer Truppen zerstört. Zu möglichen Opfern konnte der Gouverneur keine Angaben machen. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Von der Provinz Kundus aus gesehen - wo die Bundeswehr ein Feldlager unterhält - liegt Baghlan südlich und Tachar östlich.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will unterdessen am bisherigen Kurs des Bundeswehreinsatzes festhalten. „Unsere Strategie ist richtig, sie greift, die Taliban verlieren an Boden“, sagte de Maizière am Donnerstag in Dresden. „Vor Gewalt darf man nicht weichen. Wenn wir jetzt gingen, würde das Vertrauen der Afghanen erschüttert.“ Die deutschen Soldaten würden weiter auf Patrouille gehen, kündigte er an. „Wir wollen Sicherheit und Entwicklung, nicht Terror und Unterdrückung.“

„Wir trauern um den gefallenen Soldaten“, sagte der Minister. „In unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei dem Gefallenen und seinen Angehörigen.“ Bei dem Anschlag in Nordafghanistan waren am Donnerstag
ein Soldat getötet und fünf verwundet worden. Einer davon befinde sich in einem kritischen Zustand, meinte de Maizière. Zu welcher Einheit und welchem Heimatstützpunkt in Deutschland die Soldaten gehören, wollte er mit Rücksicht auf die Angehörigen nicht sagen.

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  • Das deutsche Volk ist schon einmal hinter dem falschen Führer her getrottet und wurde bitter dafür bestraft. Die USA benutzen uns solange wie wir ihnen nutzen. Man kann das alles in der jüngeren Geschichte nachvollziehen. Sie haben in Lateinamerika Diktatoren eingesetzt und wieder fallenlassen, sie haben mit ihren Dollars Hitler unterstützt und sie haben das Schah-Regime im Iran geduldet, Saddam Hussein groß gemacht und die Taliban mit Waffen und Logistik ausgerüstet solange sie gegen die UDSSR gekämpft haben. Das alles aus dem einzigen Grund der amerikanischen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen und die Märkte bzw. Handelswege zu beherrschen. Wenn die (Ohn)-Mächtigen in unserem Lande das auch wollen, dann sollen sie uns das bitte genau so deutlich sagen. Ich glaube nicht, dass sich dafür eine Mehrheit findet. Diese heuchlerischen Trauerbekundungen, wenn wieder ein Bundessöldner für sein selbst gewähltes Risiko sein Leben lässt, widern mich einfach an. Vielleicht liegt es daran, dass die Generation, die als Augenzeuge die Katastrophe des 2. Weltkriegs noch bewusst erlebt hat langsam von uns geht, dass unsere Gesellschaft die Gefahr in der wir uns befinden nicht mehr erkennt. Kriege brechen nicht aus – Kriege werden gemacht und wir sind wieder dabei. Danke Amerika, du hast uns wieder mal sehr geholfen!

  • Genau so sit es. Das hbe ich so auch schon mal eschrieben. Raus dort, die sollen so leben wie sie möchten oder sich selbst helfen.
    Aber Flüchtlingsströme nahc Deutschland geht nicht, das muß man ihnen sehr deutlich sagen.

  • Über diese Leitungen wurde vor Jahren schon gesprochen.
    Im übrigen muß der Westen mal überdenken, ob er in den lezten Jahren alles so richtig gemacht hat.
    Pakistan bekommt von uns Entwicklungshilfe, aber China errichtet dort einen Stützpunkt. Wie paßt das?
    Hier muß der Westen klare Grenzen setzen. Geld von uns aber andre ins Land lassen, geht nicht, das muß auch Pakistan begreifen.
    Dieser ganze Krieg dort ist derart verlogen, dass einem schlecht wird. Und usnere Soldaten wrden aufs übelste benutzt
    Wie viele deutsche Soldaten müssen noch sterben? Und dieser Merkel-Vasalle de Maiziere hält am Einsatz fest.
    Wo sind denn unsere ganzen Friedensbewegten im Land? Die sind wohl, wie die Grünen, alle zu Kriegstreibern geworden, oder wie verstehe ich das, dass die schweigen?
    Einberufsbefehl an alle B udnestagsabgeordneten und Politkern für Afghanistan und zwar sofort.
    Dann sollen sie mal zeigen, was sie drauf haben

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