Anschlag in Ankara
Innenminister soll Hinweise ignoriert haben

Bei einem Anschlag in Ankara starben 102 Menschen, laut Ermittlern wurde er vom IS begangen. Nun nimmt die Staatsanwaltschaft den türkischen Innenminister ins Visier. Er soll Hinweise auf die Tat ignoriert haben.

IstanbulIm Zusammenhang mit dem Anschlag von Ankara mit mehr als hundert Toten ermittelt die türkische Staatsanwaltschaft gegen Innenminister Selami Altinok. Wie die Zeitung „Hürriyet“ am Freitag meldete, beziehen sich die Vorermittlungen auf Vorwürfe, Altinok habe vor der Tat mehrere Hinweise auf den geplanten Anschlag ignoriert. Die Anwaltskammer Ankara hatte Strafanzeige gegen Altinok sowie andere Politiker und Beamte wegen mutmaßlicher Dienstvergehen im Zusammenhang mit dem schlimmsten Anschlag in der türkischen Geschichte erstattet.

Ernste Folgen für den Minister dürften die Vorermittlungen nicht haben, da die Regierung vor weitergehenden Schritten der Justiz einer Aufhebung der Immunität des Ministers zustimmen müsste. Der Anschlag von Ankara, bei dem 102 Menschen getötet wurden, wurde laut Ermittlern von türkischen Anhängern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begangen. Vier mutmaßliche Komplizen der beiden Selbstmordattentäter wurden inzwischen festgenommen. Die Behörden sind in die Kritik geraten, weil die Namen der mutmaßlichen Täter auf einer Polizeiliste potenzieller IS-Gewalttäter standen.

Drei ranghohe Polizeibeamte in Ankara wurden nach dem Anschlag gefeuert. Einen Rücktritt Altinoks lehnen Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogab aber ab.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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