Anschlag in den Niederlanden
Van Goghs Mörder drohen mit weiteren Attentaten

Auf der Leiche des am Dienstag ermordeten niederländischen Regisseurs Theo van Gogh hat der Attentäter einen Brief mit Morddrohungen gegen weitere prominente Niederländer hinterlassen.

HB DÜSSLEDORF/AMSTERDAM. Wie die niederländischen Zeitungen am Freitag berichteten, richtet sich das Schreiben vor allem an die aus Somalia stammende Parlamentsabgeordnete der liberalen Partei VVD, Ayaan Hirsi Ali. Wegen ihrer öffentlich geäußerten Kritik am Islam wird ihr in dem fünf Seiten langen Brief der Tod angedroht.

Auch der Fraktionschef der Liberalen im Parlament, Jozias van Aartsen, und der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen werden in dem Schreiben genannt. Die Behörden haben nach Angaben der Blätter die Sicherheitsvorkehrungen für die Bedrohten verschärft.

Ein kurz nach der Tat als mutmaßlicher Attentäter festgenommener 26 Jahre alter Niederländer marokkanischer Herkunft wird an diesem Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Van Gogh war wegen eines Films über Gewalt gegen Frauen in islamischen Gesellschaften in die Kritik von Moslem-Gruppen geraten. In dem Film, der in diesem Jahr im niederländischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, wird eine Moslemin zu einer arrangierten Ehe gezwungen und von ihrem Ehemann und ihrem Onkel vergewaltigt.

Van Gogh hatte nach dem Film wiederholt Morddrohungen erhalten. Zuletzt arbeitete er an einem Film über den Mord an dem rechtspopulistischen Politiker Pim Fortuyn vor zwei Jahren. Der Film sollte im Januar Premiere haben und in Kürze bereits im Internet gezeigt werden.

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