Anschlag in Manchester
MI5 wurde drei Mal vor Abedi gewarnt

Die Attacke auf ein Konzert in Manchester mit 22 Todesopfern hätte möglicherweise verhindert werden können. Der Geheimdienst untersucht intern, wie er auf Warnungen vor dem Attentäter reagiert hat.
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Manchester/LondonDer britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat einem Insider zufolge eine interne Untersuchung zum Anschlag in Manchester eingeleitet. Geprüft werde, ob "Lehren daraus gezogen werden müssen, wie der Geheimdienst mit dem Material" zum Selbstmordattentäter Salman Abedi umgegangen sei, sagte die Person, die namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters.

Der in Großbritannien geborene Muslim libyscher Abstammung habe zwar zu den 20.000 Personen gehört, die in den Akten des MI5 geführt worden seien, jedoch nicht zu den 3000, gegen die ermittelt werde. Innenministerin Amber Rudd begrüßte die Untersuchung als ersten guten Schritt.

Die britischen Behörden geben selten Ermittlungen bekannt, bei denen ein mögliches Versagen des MI5 geprüft wird.

Dem Sender BBC zufolge waren vor dem Anschlag in der vergangenen Woche mindestens drei Warnungen eingegangen, die besagten, dass Abedi eine extremistische Einstellung habe. Bei dem Anschlag auf ein Popkonzert waren 22 Menschen getötet worden. Die britische Polizei hält 14 Personen in Untersuchungshaft.

Am Montagmorgen nahmen die Beamten in Shoreham-by-Sea in der Grafschaft West Sussex einen 23-Jährigen fest, wie die Behörde über Twitter mitteilte. Damit erhöhte sich die Zahl der Verdächtigen in Polizeigewahrsam auf 14. In Manchester selbst und in der Gegend um Chester westlich der nordenglischen Metropole durchsuchte die Polizei demnach zwei weitere Häuser. Sie machte aber keine Festnahmen.

Aufgrund der Fortschritte bei den Ermittlungen hatte Großbritannien am Samstag seine höchste Terrorwarnstufe aufhoben. Experten senkten die Gefahreneinschätzung von „kritisch“ auf „ernst“. Bei der Terrorstufe „ernst“ ist ein Anschlag immer noch sehr wahrscheinlich, steht aber nach Einschätzung von Experten nicht unmittelbar bevor.

Die Sicherheitslage in Großbritannien war wegen des langen Wochenendes noch stark angespannt. Der Montag ist ein gesetzlicher Feiertag.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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