Anschlag in Marroko
Zahl der Opfer in Marrakesh steigt

Die Zahl der Opfer des Terroranschlags auf ein Cafe in Marrakesh, Marokko, ist erneut gestiegen. Der Weltsicherheitsrat verurteilt die Tat und auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lehnt jede Rechtfertigung für die Tat ab.
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New YorkHinter dem Anschlag auf das Touristen-Café „Argana“ in Marrakesch steckt nach Angaben der marokkanischen Regierung möglicherweise der nordafrikanische Al-Kaida-Ableger AQMI.

Die Polizei ermittle in diese Richtung, gehe aber auch Hinweisen auf andere mögliche Urheber nach, sagte Informationsminister Jalid Naciri am Freitag. Noch sei es zu früh, die Hintermänner klar zu benennen. Den von König Mohammed VI. in Gang gesetzten Reformprozess werde der Anschlag nicht stoppen.

Bei dem Attentat auf dem Jamaa el-Fna-Platz waren am Donnerstag 16 Menschen getötet und 21 verletzt worden, die meisten von ihnen Urlauber. Unter den Toten sind nach Informationen aus Paris und Den Haag sechs Franzosen und ein Niederländer. Nach Angaben der örtlichen Behörden starben zudem zwei Kanadier und vier Marokkaner.

Unbestätigten Berichten zufolge wurden auch eine schwangere Israelin und ihr aus Marokko stammender Ehemann getötet.

Unklar ist, ob ein Selbstmordattentäter das Blutbad angerichtet hat. Noch seien nicht alle Leichen identifiziert worden, hieß es in örtlichen Medien. Es sei nicht auszuschließen, dass jemand die Bombe in dem Café platzierte und dann flüchtete. Augenzeugen berichteten von einem verdächtig erscheinenden Einheimischen mit einem Rucksack.

Die Terrororganisation „Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI)“ versucht mit Anschlägen, die nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien sowie deren Nachbarstaaten zu destabilisieren.

Der Weltsicherheitsrat hat den Anschlag auf ein Café im marokkanischen Marrakesch „aufs Schärfste“ verurteilt. In einer Presseerklärung sprachen die 15 Ratsmitglieder den Angehörigen der Opfer dieser „schrecklichen Tat“ ihr Mitgefühl aus. „Jede Form von Terrorismus ist kriminell und nicht zu rechtfertigen“, heißt es in der in der Nacht zum Freitag in New York verbreiteten Erklärung.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich „entsetzt“ von dem Anschlag. Wie ein Sprecher mitteilte, wies Ban den Einsatz „wahlloser Gewalt gegen unschuldige Zivilisten“ scharf zurück. „Kein politisches Ziel rechtfertigt solch eine abscheuliche Tat oder wird durch sie bedient“, erklärte der UN-Generalsekretär.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • BND-Präsident Uhrlau hat frühzeitig vor dem Unterwandern der Rebellenbewegungen gewarnt. Die unübliche öffentliche Warnung des Nachrichtendienstes hat leider wenig oder nichts bewirkt. Nun muss sogar der UNO-Sicherheitsrat zu dieser Untat Stellung beziehen. Daran zeigt sich, dass es sich offenkundig nicht um eine zusammenhanglose Einzeltat gehandelt hat. Zeitgleich verbünden sich unter Vermittlung des neuen demokratischen Ägypten Hamas und Fatah. Damit wird die Friedens- bzw. Waffenstillstandsarchitektur im Nahost erheblich gefährdet. Lieberman hat diese Gefahr erkannt. NATO und der Obama haben mit dem Verzicht auf Bodentruppen zugelassen, dass sich unter der Dunstglocke der "arabischen Rebellionen" nicht nur Demokraten versammeln. Dies diskreditiert den mutigen Widerstand gegen das Gaddafi-Regime. Zugleich zwingen uns die jüngsten Ereignisse zur Übernahme der Argumentation, mit der in Bahrein Todesurteile gegen Rebellen begründet worden sind. Die Politik muss – nun leider im Nachgang – ein politisches Konzept erarbeiten, damit der nahe und mittlere Osten nicht völlig aus dem Ruder laufen.

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