Anschlag in Nizza
Blutbad am Nationalfeiertag – mindestens 84 Tote

Am Abend des Nationalfeiertags ist Frankreich erneut zum Ziel eines schweren Anschlags mit vielen Toten geworden: Ein Mann steuerte auf der Uferpromenade in Nizza einen Lkw ungebremst in eine Menschenmenge.

Nizza/ParisBinnen weniger Sekunden wird der Ort der fröhlichen Feier zum Schauplatz des blutigen Grauens. Tausende Menschen haben auf dem Strandboulevard in Nizza gerade das Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag bestaunt, da rast plötzlich ein weißer Lastwagen ungebremst über die Promenade des Anglais und reißt mindestens 84 Menschen in den Tod.

Acht Monate nach den islamistischen Anschlägen von Paris mit 130 Toten wird Frankreich am symbolträchtigen Festtag des 14. Juli erneut von einer schweren Attacke erschüttert. Das Entsetzen ist grenzenlos. Präsident François Hollande bezeichnete die Tat als „terroristisch“. Er kündigte eine Verlängerung des Ausnahmezustands und die Einberufung von Reservisten an.

Nach Schilderungen von Polizei und Augenzeugen ging der Fahrer des Lastwagens mit großer Kaltblütigkeit vor: Er raste auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge und setzte seine Fahrt noch rund zwei Kilometer fort, ehe die Polizei ihn erschoss.

Hinter sich ließ er eine Spur der Verwüstung. Auf der Uferpromenade lagen nach der Attacke dutzende Tote aufgereiht, bedeckt von weißen Tüchern. „Wir sahen, wie Leute getroffen wurden und wie Gegenstände umherflogen“, berichtete AFP-Journalist Robert Holloway, der sich zu dem Zeitpunkt vor Ort befand.

Die Menschen rannten in Panik auseinander. „Die Leute haben geschrien“, sagte Holloway. „Es war das absolute Chaos.“ Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, es seien 80 Menschen getötet worden. Am Freitagmorgen werden bereits 84 Tote gemeldet. Es gebe außerdem 18 Schwerstverletzte. Unter den Toten sind nach Hollandes Worten mehrere Kinder.

Im Tatfahrzeug wurden die Ausweispapiere eines Franko-Tunesiers gefunden. Die Papiere seien auf einen in Nizza gemeldeten 31-Jährigen ausgestellt, erfuhr AFP aus Polizeikreisen. „Die Identifizierung des Lkw-Fahrers dauert noch an“, hieß es dort.

Zudem wurden eine funktionsunfähige Granate und Feuerwaffen-Attrappen gefunden. Die französischen Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Ermittler, der Fahrer habe mehrmals mit einer Pistole geschossen, bevor er von der Polizei getötet wurde.

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