Anschlag in Tunesien
Terroristen von Tunis hatten auch Sprengstoff

Zu dem Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis hat sich IS bekannt. Die Miliz droht mit weiteren Terrorakten. Am Mittwoch sollten offenbar auch Bomben hochgehen - doch die Terroristen scheiterten an einem Detail.
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Tunis/Beirut/WashingtonDie Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis bekannt. In einer am Donnerstag auf Islamisten-Websites verbreiteten Audiobotschaft drohten die Extremisten zudem mit weiteren Attentaten in Tunesien. Nach Angaben des tunesischen Präsidenten Béji Caïd Essebsi hatten die Attentäter auch Sprengstoff bei sich, eine "Katastrophe" habe jedoch verhindert werden können.

Der Anschlag in Tunis sei der "Auftakt" zu einer Anschlagsserie in dem nordafrikanischen Land, erklärte die IS-Miliz. Das tunesische Innenministerium hatte zuvor erklärt, bei den beiden getöteten Angreifern handele es sich "wahrscheinlich" um Tunesier. Nach Angaben von Regierungschef Habib Essid war einer von ihnen den Sicherheitsbehörden bekannt.

Neun Verdächtige wurden festgenommen. Vier von ihnen stünden "in direkter Verbindung" mit dem Attentat, fünf weitere hätten Kontakt zu den Drahtziehern des Anschlags gehabt, erklärte die Präsidentschaft.

Die mit Kalschnikows bewaffneten Attentäter hatten am Mittwoch das direkt neben dem Parlament gelegene Museum gestürmt und das Feuer auf die Besucher eröffnet. Der tunesischen Regierung zufolge wurden ein Polizist sowie 20 Touristen getötet, unter ihnen drei Japaner, zwei Franzosen, zwei Spanier sowie Touristen aus anderen europäischen Ländern.

15 Opfer wurden inzwischen identifiziert. Deutsche Touristen kamen bei dem Anschlag offenbar nicht zu Schaden. Dutzende Menschen wurden bei den Attentat verletzt. Zwei spanische Touristen überlebten den Anschlag, indem sie sich mit Hilfe eines Museumsmitarbeiters über Nacht in dem Gebäude versteckten.

Präsident Essebsi sagte am Donnerstag dem Sender TF1, die Attentäter hätten auch Sprengstoff bei sich gehabt. Sie hätten jedoch "nicht die Zeit gehabt", die Bomben zu zünden. Dank der Wachsamkeit und Schnelligkeit der Sicherheitskräfte sei "eine Katastrophe verhindert" worden. Zugleich betonte er, dass die Demokratie in seinem Land fest verankert sei.

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  • In Frank Steinmeiers Spesen- und Reise-Ministerium steht bis heute keine Reisewarnung für Tunesien.

    Guten Morgen, Spesen-Frank!
    Außer Spesen nie etwas gewesen.

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