Anschlag
Nato-Soldat in Afghanistan getötet

Kurz bevor die von der Nato geführte Afghanistan-Schutztruppe ISAF an diesem Donnerstag die Kommandogewalt über das gesamte Land übernimmt gab es erneut einen blutigen Anschlag.

HB KABUL. Im Süden Afghanistans haben Aufständische am Dienstag einen Anschlag auf eine Nato-Patrouille verübt und dabei einen Soldaten getötet. Acht weitere Nato-Soldaten seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Truppe. Ein Soldat werde vermisst. Die Patrouille sei in der Provinz Kandahar mit Werfergranaten und Feuer aus Kleinwaffen beschossen worden. Die Nationalität der Betroffenen gab der Sprecher nicht bekannt.

Der jüngste Anschlag ereignete sich zwei Tage, bevor die Nato das Kommando für die Sicherheit im ganzen Land übernehmen wird. Etwa 12 000 im Osten stationierte US-Soldaten sollen dann in die von der Allianz geführte Isaf-Schutztruppe aufgenommen werden. Die Isaf ist mit 20 000 Soldaten aus 37 Ländern im Norden, Westen und Süden vertreten, um die Zentralregierung in Kabul und neue zivile Strukturen zu stützen. Die Übernahme auch des Ostens war von den Nato-Verteidigungsministern vergangene Woche beschlossen worden. Die knapp 3000 Bundeswehrsoldaten sind vorwiegend im Norden des Landes stationiert.

Nato-Kommandeure versprechen sich von der Eingliederung der US-Soldaten im Osten mehr Flexibilität im Kampf gegen aufständische Taliban im Süden des Landes. Dort fehlen nach Einschätzung der Militärplaner weiter rund 2000 Soldaten sowie Hubschrauber und andere teure Ausstattung. Anders als etwa für die knapp 3000 Bundeswehr-Soldaten im Norden und in Kabul gelten für die US-Soldaten keine geografischen Beschränkungen. Einige von ihnen könnten deshalb auch kurzfristig zu Kampfeinsätzen in den Süden geschickt werden, falls radikal-islamische Taliban-Kämpfer die Nato erneut in Kämpfe verwickeln sollten.

In Brüssel mahnten Nato-Parlamentarier die 26 Mitgliedstaaten, mehr Soldaten für den Süden bereit zu stellen. Nur so lasse sich die nötige Stabilität für den Wiederaufbau schaffen, hieß es in einer Erklärung der Parlamentarischen Versammlung. Die Abgeordneten aus den Nato-Staaten haben nur eine beratende Funktion und können keine Entscheidungen des Bündnisses herbeiführen.

Polen, Bulgarien und Rumänien hatten in den vergangenen Wochen Bereitschaft erkennen lassen, weitere Soldaten in den umkämpften Süden zu schicken. Wie Deutschland haben auch andere große Nato-Staatenwie Frankreich, Italien und Spanien solche Wünsche zurück gewiesen. Die deutschen Soldaten dürften nach dem gerade erst verlängerten Mandat des Bundestages nur in besonderen Notsituationen vorübergehend in den Süden geschickt werden. Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte gesagt, eine solche Notlage könnte etwa ein Taliban-Angriff auf ein Lager von Entwicklungshelfern sein.

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