Anschlag
Osttimors Präsident schwebt in Lebensgefahr

Der Präsident von Osttimor, José Ramos-Horta, ist bei einem Anschlag von Rebellen angeschossen und schwer verletzt worden. „Er ist in äußerst kritischem Zustand“, sagte der Sprecher einer Flugzeugambulanz, die Ramos-Horta zu einer Notoperation nach Australien ausflog.

HB DILI. Osttimors Präsident Jose Ramos-Horta ist bei einem Anschlag meuternder Soldaten lebensgefährlich verletzt worden. Der Gewinner des Friedensnobelpreises von 1996 wurde nach einer Notoperation am Montag nach Australien geflogen und in ein künstliches Koma versetzt.

Ramos-Horta habe Verletzungen im Bauch und in der Brust erlitten, teilte der Ärztliche Direktor des Royal Darwin Hospital mit. „Vor allem die Brustverletzung ist extrem schwer“, sagte Len Notaras. Der Anschlag auf Ramos-Hortas Haus in Dili, bei dem auch ein Anführer der Meuterer getötet wurde, löste Furcht vor einer Neuauflage der Gewalttätigkeitenvon 2006 aus. In Dili blieb es zunächst jedoch ruhig.

Auch auf Ministerpräsident Xanana Gusmao wurde offiziellen Angaben zufolge ein Anschlag verübt, den er jedoch unverletzt überstand. „Dies ist ein schwerer Angriff auf den demokratischen Staat“, sagte Gusmao. Er bat den amtierenden Präsidenten Vicente Guterres, über Dili eine nächtliche Ausgangssperre zu verhängen.

Australien, das eine aus 3000 Soldaten bestehende internationale Schutztruppe anführt, kündigte die Entsendung von bis zu 270 zusätzlichen Soldaten und Polizisten an. Er sei über die offenbar koordinierten Anschläge auf die demokratisch gewählte Führung Osttimors zutiefst entsetzt, sagte Ministerpräsident Kevin Rudd.

Ramos-Horta war im Mai 2007 als Präsident von Osttimor vereidigt worden. Der Inselstaat in Südostasien hat sich nach den schweren Unruhen im Jahr 2006 wieder etwas stabilisiert. Damals starben 37 Menschen, 155.000 waren auf der Flucht. Ausgangspunkt für die Unruhen war die Entlassung von etwa 40 Prozent der Soldaten, die aus Protest gegen Missstände beim Militär desertiert waren.

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