Anschlag
US-Gericht verurteilt Iran zu Rekordstrafe

Ein amerikanischer Richter hat den Iran zur höchsten Zahlung verurteilt, die jemals gegen ein anderes Land verhängt wurde. Das Geld soll Hinterbliebenen eines Terroranschlags zufließen. Doch der Iran sieht das anders.

HB WASHINGTON. Ein US-Gericht hat den Iran wegen eines Terroranschlags gegen amerikanische Soldaten im Libanon 1983 zur Zahlung von 2,65 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) an die Hinterbliebenen verurteilt. Die Regierung in Teheran wies die Entscheidung am Samstag zurück. Das Urteil entbehre jeder Grundlage, erklärte Regierungssprecher Gholam Hossein Elham laut einem Bericht der Nachrichtenagentur IRNA. „Dieses Urteil gegen den Iran ist politisch motiviert und das Ergebnis von Druck.“

US-Richter Royce Lamberth erklärte am Freitag, noch nie habe ein amerikanisches Gericht eine so hohe Strafe gegen ein anderes Land verhängt. Bei dem Selbstmordanschlag der Hisbollah waren vor 24 Jahren in Beirut 241 US-Soldaten getötet worden. Es war der schwerste Anschlag gegen US-Einrichtungen vor dem 11. September 2001. Dem Iran wird vorgeworfen, die Hisbollah zu unterstützen. Das Urteil ermöglicht es den Familien nun, die Beschlagnahme iranischer Vermögenswerte im Ausland anzustreben.

Der Iran hat jede Verantwortung für das Attentat zurückgewiesen und auf die Zustellung der Klageschrift vor sechs Jahren nicht reagiert. Elham erklärte, ein US-Gericht könne ein solches Urteil gar nicht erlassen. Er deutete an, der Iran seinerseits könne ein Verfahren gegen die USA einleiten, weil diese seit Jahrzehnten Iraner schädigten.

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