Anschlag
USA ziehen 12 000 Irak-Soldaten ab

Die USA ziehen in den kommenden sechs Monaten rund 12 000 ihrer Soldaten aus dem Irak ab. Zwei Kampfbrigaden und ihre Unterstützungskräfte, die den Irak planmäßig verlassen sollen, würden nicht ersetzt, sagte US-Militärsprecher David Perkins am Sonntag in Bagdad. Derweil ereignete sich ein blutiger Anschlag großen Ausmaßes.

HB BAGDAD. Die Verringerung von 14 auf zwölf Kampfbrigaden gehört zum Plan von US-Präsident Barack Obama, den Kampfeinsatz im Irak bis zum Spätsommer 2010 zu beenden. Nur wenige Stunden vor der Ankündigung des US-Militärs erschütterte am Sonntag ein Selbstmordanschlag die irakische Hauptstadt. 28 Menschen starben, als sich der Attentäter vor der Polizeischule mitten in Bagdad in die Luft sprengte.

In den kommenden Monaten sollten auch 4000 britische Soldaten den Irak verlassen, sagte Perkins vor Journalisten weiter. Großbritannien war im Irak-Krieg der wichtigste Verbündete der ehemaligen US-Regierung unter George W. Bush. Bushs Nachfolger Obama hatte schon im Wahlkampf versprochen, den Irak-Krieg zu beenden. Derzeit sind noch rund 140 000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Obama will bis zum 31. August 2010 alle Kampftruppen aus dem Irak abziehen. Dann sollen noch 35 000 bis 50 000 Soldaten zur Unterstützung und Ausbildung des irakischen Militärs im Land bleiben. Bis Ende 2011 müssen alle US-Truppen den Irak verlassen.

Das hatte schon die Bush-Regierung mit der Regierung des Irak vereinbart, wo die Gewalt zuletzt deutlich nachgelassen hatte. Allerdings kommt es trotzdem immer wieder zu Anschlägen. Mit Blick auf den Angriff vom Sonntag sagte ein irakischer Regierungssprecher, dies werde die allgemeine Verbesserung der Sicherheit nicht infrage stellen.

Bei dem ersten großen Anschlag seit fast einem Monat in Bagdad wurden am Sonntag vor allem Polizeibeamte und -rekruten getötet. Der Attentäter habe sich und sein Motorrad am Hintereingang der Polizeischule in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit. Bewerber für den Polizeidienst sind schon oft Ziel von Anschlägen im Irak geworden. Der Irak hat seine Polizei und sein Militär in den vergangenen Jahren um Hunderttausende Mann aufgestockt. Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki versucht so, die Sicherheit eigenständig zu gewährleisten.

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