Anschlag vor Präsidentschaftswahlen
Tote und Verletzte nach Bombenexplosionen im Iran

Fünf Tage vor der Präsidentenwahl sind in der südiranischen Stadt Ahvas mehrere Bomben explodiert. Mindestens fünf Menschen wurden getötet und 89 weitere verletzt.

HB TEHERAN. In Ahvas, der Hauptstadt der teilweise arabisch-sprachigen Provinz Chusestan, explodierten innerhalb von zwei Stunden vier Bomben. Die Anschläge galten dem Amtssitz des Gouverneurs der Provinz sowie zwei weiteren Regierungsgebäuden und einem Wohnhaus für Mitarbeiter der staatlichen Medien. Unter den Toten waren nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs von Chusestan, Gholamresa Schariat, auch Frauen und Kinder. Wer für die Anschlagserie verantwortlich ist, war zunächst unklar.

Die Iraner wählen am 17. Juni den Nachfolger des bisherigen Präsidenten Mohammed Chatami, der nach zwei Amtszweiten in Folge nicht mehr kandidieren darf. Laut Umfragen hat der als moderater Konservativer geltende ehemalige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani bislang die besten Chancen auf einen Sieg.

Die Nachrichtenagentur Mehr zitierte einen namentlich nicht genannten Sicherheitsexperten, dem zufolge die Bomben detonierten, als sie entschärft werden sollten. Weiter äußerte er sich jedoch nicht. Fernsehbilder zeigten den blutbefleckten und vollkommen zerstörten Warteraum des Gouverneursbüros. Die Agentur Irna berichtete, durch die Wucht der Explosion seien Fenster im Umkreis von 100 Metern zerborsten und mindestens 15 Autos zerstört worden.

Die Demokratische Volksfront von Ahvas, die sich für ein unabhängiges Chusestan einsetzt, bestritt jegliche Beteiligung an den Attentaten. „Wir haben keine Ahnung wer das getan hat“, sagte der in London ansässige Sprecher der Bewegung. In der Region nehme die Spannung zu, seit bei ethnischen Unruhen im April fünf Menschen getötet wurden. Rund 300 Menschen wurden damals festgenommen.

Ein ehemaliger Abgeordneter des Parlaments von Ahvas sagte hingegen, der Anschlag stehe in keinem Zusammenhang mit den Unruhen vom April. Er nannte ausländische Extremisten als mögliche Täter. Vize-Gouverneur Schariat sagte im staatlichen Fernsehen, die Drahtzieher der Anschläge wollten die Souveränität des Iran unmittelbar vor den Wahlen in Frage stellen. „Sie wollen das System schädigen, aber der Wunsch der Menschen zu wählen, wird unter diesen Bedingungen noch stärker werden.“

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