Anschlag
Wieder antisyrischer Politiker in Beirut ermordet

Kurz vor der Präsidentenwahl im Libanon ist ein Abgeordneter der antisyrischen Parlamentsmehrheit bei einem Anschlag getötet worden. Der 64-jährige Abgeordnete Antoine Ghanem war Mitglied der christlichen Falange-Partei. Die Bombenexplosion tötete sechs weitere Menschen und verletzte 22.

HB BEIRUT. Fernsehaufnahmen zeigten schwer beschädigte Gebäude und brennende Autos im Bezirk Sin el Fil. Dichter Rauch stieg über dem Gebiet auf, auf der Straße waren Blutflecken zu sehen.

Am kommenden Dienstag tritt das Parlament im Libanon zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten zusammen. Die Abgeordneten der Regierungspartei sollen zu ihrem Schutz während der Wahl in einem Hotel in der Innenstadt von Beirut untergebracht werden. Ghanem ist bereits der achte antisyrische Politiker, der seit 2005 ermordet wurde. Unter den Getöteten waren vier Abgeordnete.

Kritiker Syriens machen Damaskus für die Mordserie verantwortlich. Syrien hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. „Es ist offensichtlich, dass Abgeordnete der (antisyrischen) Mehrheit liquidiert werden“, sagte das Kabinettsmitglied Ahmet Fatfat. Die syrische Regierung wolle als Einzige die Präsidentenwahl im Libanon verhindern.

Der Führer der Falange-Partei, der frühere Staatspräsident Amin Gemayel, sagte: „Es geht nicht mehr um die Präsidentenwahl. Es geht um das Überleben dieses Landes und seiner Demokratie.“ Gemayels Sohn, der Industrieminister Pierre Gemayel, kam im vergangenen November bei einem Anschlag ums Leben.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich in einer Pressemitteilung bestürzt über den jüngsten Anschlag. Die Bundesregierung verurteile dieses erneute Attentat auf einen Politiker im Libanon auf das Schärfste, hieß es in der Erklärung. Auch EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner zeigte sich in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung erschüttert über das Attentat.

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