Anschlagsgeständnis
El Kaida, Jimmy Carter und der Papst

„Ich war für den Einsatz am 11.9. verantwortlich, von A bis Z“ - diese Worte stehen in einem Dokument, das das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch auf seiner Internetseite publizierte und das das Geständnis des El-Kaida-Chefplaners Khalid Scheich Mohammed enthält. Dem Papier zufolge offenbart er auch, was und wen das Terrornetz noch alles angreifen wollte.

HB WASHINGTON. Der gebürtige Pakistaner Mohammed gesteht nicht nur, die Attentate auf das World Trade Center und auf das Weiße Haus von Anfang bis Ende organisiert und vorbereitet zu haben: „Ich war der Einsatzchef von Scheich Osama bin Laden für die Organisation, die Planung, die Abwicklung und die Ausführung des 9/11-Einsatzes.“ Mohammed nennt auch insgesamt 30 weitere Anschläge oder Attentatspläne, an denen er beteiligt oder für die er mitverantwortlich gewesen sei.

Auf Papst Johannes Paul hat der 40-Jährige demnach ein Attentat auf den Philippinen vorbereitet. Ex-US-Präsident Jimmy Carter gehörte zu einer ganzen Reihe von US-Staatschefs, die er für die Al-Kaida ins Visier genommen haben soll. Der Pakistaner war den Angaben zufolge zudem der Drahtzieher des ersten Anschlags auf das World Trade Center 1993, die Attentate auf Bali-Touristen im Oktober 2002 sowie des Doppelanschlags auf jüdische Touristen in Kenia im selben Jahr. Der Anschlag im tunesischen Djerba, bei dem 2002 auch 14 Deutsche getötet wurden, ist nicht erwähnt.

Gestanden hat Mohammed auch die Tötung des US-Journalisten Daniel Pearl. „Ich haben den amerikanischen Juden Daniel Pearl mit meiner gesegneten rechten Hand enthauptet“, heißt es in einem Anhörungsprotokoll. Im Internet gebe es Fotos, auf denen zu sehen sei wie er den Kopf Pearls in der Hand halte. Mohammed, der als Nummer drei der Extremistenorganisation galt, bestritt jedoch, dass die Tötung Pearls auf das Konto von El-Kaida gehe.

Pearl arbeitete für das „Wall Street Journal“ und war 2002 in Pakistan entführt und getötet worden. In dem Fall galt Mohammed, der vor vier Jahren in seinem Heimatland festgenommen worden war, bereits seit langem als Hauptverdächtiger.

Folgt man der Liste, entfaltete die angebliche Nummer drei in der El-Kaida-Führung während der Jahre vor und nach den September-Anschlägen eine fieberhafte und offenbar kaum begrenzte Aktivität rund um den gesamten Globus.

Nach Darstellung von Mohammed hatte El Kaida nach den Terroranschlägen vom 11. September eine zweite Welle von Angriffen auf den Library Tower in Los Angeles, den Sears Tower in Chicago, die Plaza Bank in Seattle und das Empire State Building in New York geplant. Auch das weltbekannte Londoner Wahrzeichen Big Ben sei ins Visier genommen worden.

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