Anschlagspläne von London und Glasgow
Terrorverdacht gegen Arzt in Australien bricht zusammen

Einen Monat nach den gescheiterten Terroranschlägen in London und Glasgow haben die australischen Behörden die Anklage gegen einen indischen Arzt fallen gelassen. Der oberste Ankläger des Landes, Damian Bugg, räumte „Fehler“ bei den Ermittlungen ein, die ihm „peinlich“ seien.

HB CANBERRA. Der 27-jährige Muhammed Haneef wurde am Freitag auf freien Fuß gesetzt. Bugg erklärte, der Mediziner hätte gar nicht erst beschuldigt werden dürfen. Einwanderungsminister Kevin Andrews erklärte, er erwäge die Entscheidung seiner Behörden, dem Arzt das Visum für Australien zu entziehen, rückgängig zu machen.

Haneef war kurz nach den in Großbritannien gescheiterten Anschlägen auf dem Flughafen von Brisbane festgenommen worden, als er das Land verlassen wollte. Später wurde er offiziell der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung beschuldigt. Der Inder, der früher in Liverpool lebte, ist mit dem in Großbritannien angeklagten Arzt Sabeel Ahmed verwandt.

Die australischen Ermittlungsbehörden hatten ihm ursprünglich zur Last gelegt, den Attentätern eine SIM-Karte fürs Mobiltelefon zur Verfügung gestellt zu haben. Dies Karte sei in dem Jeep gefunden worden, der am 30. Juni gegen die Wand des Abfertigungsgebäudes des Glasgower Flughafens gefahren war, hatte es zunächst geheißen. Später hatte sich herausgestellt, dass sie in einer Wohnung in Liverpool entdeckt worden war. Zudem waren die Ermittler zunächst von einem falschen Ort in Großbritannien ausgegangen, an dem Haneef vor seiner Ankunft im September vergangenen Jahres gewohnt hatte.

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