Anschlagsserie in Nahost: Vier Palästinenser und ein Israeli getötet

Anschlagsserie in Nahost
Vier Palästinenser und ein Israeli getötet

US-Vizepräsident Joe Biden kommt zu einer neuen Gesprächsrunde mit Israelis und Palästinensern. Er landet an einem der blutigsten Tage seit Ausbruch der neuen Gewaltwelle vor fünf Monaten in der Region.

Jerusalem/Tel AvivBei einer Serie blutiger Anschläge sind am Dienstag vier palästinensische Attentäter und ein Israeli getötet worden. Zehn Menschen wurden nach Angaben der Polizei am Abend im Süden von Tel Aviv verletzt, als ein Palästinenser auf sie einstach. Die neue Gewalt überschattete den Nahost-Besuch des US-Vizepräsidenten Joe Biden.

Ein Attentäter habe an drei verschiedenen Orten im Süden von Tel Aviv auf Passanten eingestochen, teilte eine Polizeisprecherin mit. Der Anschlag ereignete sich im arabischen Vorort Jaffa und an einer auch bei Touristen beliebten Promenade am Mittelmeer. Nachdem er zehn Menschen verletzt und einen getötet hatte, wurde der Mann erschossen.

In Jerusalem hatte zuvor ein Palästinenser auf Polizisten geschossen und zwei von ihnen schwer verletzt. Anschließend wurde er selbst von Sicherheitskräften erschossen. In einer Vorstadt von Tel Aviv stach ein Palästinenser auf einen Israeli ein. Das Opfer und der Besitzer eines Geschäfts hätten ihm das Messer entrissen und den Angreifer dabei verletzt, berichteten Augenzeugen. Herbeigerufene Polizisten hätten den Palästinenser dann erschossen.

Wenige Stunden zuvor war eine Palästinenserin erschossen worden, nachdem sie in Jerusalems Altstadt einen israelischen Grenzpolizisten mit einem Messer angegriffen hatte. In der seit Anfang Oktober dauernden Gewaltwelle sind 30 Israelis und rund 190 Palästinenser getötet worden. Die meisten Palästinenser wurden bei Anschlägen auf Israelis erschossen. Andere kamen bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften ums Leben.

Kurz vor dem Besuch von Biden war es zu neuen diplomatischen Querelen zwischen Israel und den USA gekommen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte kurz zuvor eine Einladung von US-Präsident Barack Obama zu einem Treffen in Washington ausgeschlagen.

Bei dem zweitägigen Besuch Bidens solle es unter anderem um die Sicherheitslage in Iran und Syrien gehen sowie um ein milliardenschweres Militär-Hilfspaket für Israel, schrieb die „Times of Israel“. Aktuell unterstützten die USA Israel jährlich bereits mit umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro. Netanjahu hatte schon vor Wochen bessere Konditionen gefordert.

Während seines Besuchs will Biden den früheren israelischen Staatspräsident Schimon Peres treffen, Präsident Reuven Rivlin, Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Es wird nicht mit einer neuen Friedensinitiative der USA gerechnet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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