Ansicht von Uno-Chef Ban: „Klimawandel ist so gefährlich wie Kriege“

Ansicht von Uno-Chef Ban
„Klimawandel ist so gefährlich wie Kriege“

Auf dem kommenden Gipfeltreffen der wichtigsten Industrienationen in Deutschland soll nach Ansicht von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die Bedrohung durch den Klimawandel das Hauptthema werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel will Europa nun zum Vorreiter für den weltweiten Klimaschutz machen.

rtr NEW YORK. Die globale Erwärmung und die Klimakrise seien mindestens eine genauso große Bedrohung für die Menschheit wie Kriege oder andere Konflikte, sagte Ban am Donnerstag. Er wolle daher die Staats- und Regierungschefs bei ihrem G-8-Treffen im Juni in Heiligendamm dazu bewegen, mehr Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen.

Gleichzeitig kündigte Ban an, das Thema auch innerhalb der Vereinten Nationen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. „Die Welt benötigt auf internationaler Ebene ein stimmigeres System zur Bekämpfung von Umweltproblemen“, erklärte Ban. Kritiker fordern vor diesem Hintergrund seit einiger Zeit die Aufwertung des UN-Umweltprogramms zu einer eigenständigen und damit auch schlagkräftigeren UN-Organisation.

Erst im vergangenen Monat hatte ein Forum von 2500 Wissenschaftlern im Auftrag der UN einen Klimabericht veröffentlicht, in dem ausdrücklich der Mensch für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Die Forscher sagten wegen des zunehmenden Treibhauseffekts verheerende Unwetter, Dürreperioden und steigende Meeresspiegel rund um den Globus voraus, die für mehr als 1000 Jahre anhaltenden könnten.

Merkel will Europa als Vorreiter im Klimaschutz



In einer Regierungserklärung zum EU-Gipfel in der kommenden Woche bekannte sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel derweil zu den Klimaschutzzielen der Europäischen Kommission und kündigte an, diese nach ihrer Verabschiedung durch den EU-Gipfel zur Grundlage für Verhandlungen auch im Rahmen der wichtigsten Industriestaaten (G-8) zu machen. Umweltminister Sigmar Gabriel forderte die Aufnahme des Klimaschutzes in die künftige Europäische Verfassung und sprach sich für weiteren Druck auf die Auto-Industrie aus, klimaverträgliche Wagen zu bauen. Der Bundestag verabschiedete mit großer Mehrheit ein Gesetz zur steuerlichen Förderung bei der Nachrüstung von Diesel-Autos mit einem Rußpartikelfilter. Opposition und Umweltverbände warfen der Regierung eine zu große Zaghaftigkeit beim Klimaschutz vor.

Merkel sagte, angesichts dramatischer Zeichen des Klimawandels stehe Europa in der Pflicht zu beweisen, dass die gesteckten Klimaschutzziele erreichbar seien. Niemand dürfe die Augen vor den Tatsachen verschließen, dass es in den letzten zwölf Jahren elf der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung gegeben habe, dass der Anstieg des Meeresspiegels Städte wie Amsterdam, Venedig, Kairo und Bombay gefährde und dass bei anhaltender Erderwärmung in deutschen Mittelgebirgen wie dem Harz Tropennächte erwartet würden. Sie stellte sich hinter die EU-Ziele, bis 2020 den CO2-Ausstoß um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

„Ich bekenne mich zu den ehrgeizigen Zielen, und wenn andere auch dabei sind, werden wir auch 30 Prozent ins Auge nehmen“, bekräftigte sie auch das Ziel höherer Einsparungen für den Fall, dass ein neues internationales Klimaabkommen zu Stande kommt. Auch das - auf deutschen Druck hin abgeschwächte - Ziel der Reduktion des CO2-Ausstoßes der Automobilflotten in Europa auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer bekräftigte Merkel.

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