Anteil der faulen Kredite halbiert
Japanische Institute sind über den Berg

Die jüngste Fusionsabsicht von zwei der vier Großbanken hat die Zuversicht in Japans Finanzsystem verbreitert: Das Schlimmste ist vorbei, tönt es von überall.

bas TOKIO. Bankenminister Heizo Takenaka meint, schon in diesem Herbst könnten die Großbanken es schaffen, den Anteil der faulen Kredite an der Kreditsumme auf im Schnitt vier Prozent fast zu halbieren – ein halbes Jahr vor Ablauf der von der Regierung vorgegebenen zwei Jahre. Die meisten Großbanken machen wieder Gewinne. Die Ratingagenturen setzen ihre Krediteinschätzungen erstmals seit langem wieder herauf statt herab.

Ein Modellfall für die Sanierung des Finanzsystems ist Japan jedoch kaum, hat das Land doch durch jahrelange Verschleppung zur Verschlimmerung der Situation beigetragen. Schon Ende der achtziger Jahre platzte die Aktien- und Immobilienblase. Dennoch vergaben die Banken munter mehr Kredite statt weniger. 1996 startete schließlich das als „Big Bang“ bezeichnete Reformprogramm, das Schritt für Schritt umgesetzt wurde und den Markt für ausländische Spieler öffnete. 1998 und 1999 griff der Staat den japanischen Banken mit Kapitalspritzen im dreistelligen Milliarden-Euro-Bereich unter die Arme. Zwei Institute, die Long Term Credit Bank und die Nippon Credit Bank, wurden verstaatlicht und später verkauft, eine an ein US-Konsortium.

Die heutige Shinsei-Bank ist mittlerweile an der Börse notiert. Eine für den Staat teure Erfolgsgeschichte, musste er doch wegen eines ungünstigen Vertragsabschlusses auch nach dem Verkauf noch für viele der faulen Kredite aufkommen. Die anderen Banken taten sich in Fusionen zu den heutigen Großbanken zusammen. Größe sollte sie vor dem Untergang bewahren und international wettbewerbsfähig machen.

Wichtig, um den Banken die Augen zu öffnen, war die 1998 gegründete Finanzaufsichtsbehörde FSA, deren strengere Klassifizierung der faulen Kredite den Banken Druck machte – und sie in die Verlustzone zog. Vor gut anderthalb Jahren dann sorgte Bankenminister Takenaka mit strengeren Reserve- und Eigenkapitalvorstellungen für zusätzlichen Druck.

Quelle: Handelsblatt

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