Anthony Scaramucci
Kommunikationschef von Trump möchte eine „neue Ära“

Alles auf Anfang: Der neue Kommunikationschef von Donald Trump möchte die Stimmung im Presseteam des Weißen Hauses heben. Doch in seinen ersten Tagen merkt er, dass die alten, unliebsamen Themen aktuell bleiben.
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WashingtonEs soll ein Neuanfang werden. Der frisch ernannte Kommunikationschef von US-Präsident Donald Trump, Anthony Scaramucci, möchte, dass „eine neue Ära guter Gefühle“ beginnt. Er hoffe, dass er eine positivere Stimmung herstellen könne, erklärte Scaramucci am Sonntag (Ortszeit) in einem Interview des TV-Senders Fox. Außerdem wolle er gegen undichte Stellen im Team des Weißen Hauses vorgehen, die der Presse Informationen steckten, sagte der Ex-Wall-Street-Financier.

„Ich habe in meiner Hosentasche ein Radiostudio, ein Fernsehstudio und ein Filmstudio“, sagte Scaramucci mit Hinblick auf sein Smartphone. „Die ganze Welt hat sich verändert; wir müssen den Weg überdenken, wie wir unsere Informationen überbringen.“ Trump hatte am Freitag bekanntgegeben, dass Scaramucci - ein Fernsehkommentator und Absolvent der renommierten Harvard Law School - den höchsten Posten im Kommunikationsteam übernimmt.

Nicht jeder freute sich über die Neuigkeiten: Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, trat aus Protest wegen der Ernennung Scaramuccis zurück. Seinen Platz wird künftig die stellvertretende Sprecherin, Sarah Huckabee Sanders, übernehmen. Was Scaramucci nun erwartet, wurde in ersten Interviews am Wochenende deutlich. Er wollte über die künftige Pressestrategie reden - musste aber gleich an seinem ersten Arbeitstag über die Russland-Ermittlungen und Trump-Tweets sprechen.

Mit Hinblick auf die Tweets erklärte Scaramucci, er werde „den Präsidenten Präsident sein lassen“ - und Trump weiterhin freimütig twittern lassen. In Bezug auf Russland sei ein zweiseitiger Ansatz notwendig: Einerseits müsse deeskaliert und diplomatisch gehandelt werden. Andererseits müsse Russland hart und kriegsähnlich getroffen werden. Auf die Trump-Tweets über die Russland-Ermittlungen angesprochen, sagte Scaramucci: „Wenn er denkt, dass das hilfreich ist, lass es ihn machen.“ Der Präsident würde „sehr, sehr aggressiv“ verteidigt werden, wenn „sinnfreie Dinge“ über Trump verbreitet würden, sagte der neue Kommunikationschef.

Eine nicht näher genannte Person habe ihm gesagt, falls Russland tatsächlich „diese Situation“ gehackt hätte, hätte es nie jemand herausgefunden, sagte Scaramucci CNN. Wie sein neuer Chef zu dem Thema steht, konnte auch der Kommunikationsleiter nicht genau sagen: Trump habe im Grunde genommen zu ihm gesagt, vielleicht habe Russland „es gemacht“ - vielleicht aber auch nicht. Mehrere Gremien und ein Sonderermittler untersuchen derzeit, ob Russland sich in den Ablauf des US-Wahlkampfs eingemischt und Trump zum Sieg verholfen hat.

Die neue Pressesprecherin Sanders lobte Scaramucci für ihren Auftritt am vergangenen Freitag - vor allem wegen ihrer optischen Aufmachung mit gestyltem Haar und Make-up. Am Samstag löschte der neue Kommunikationschef dann alte Tweets, in welchen er Hillary Clinton für ihre Kompetenz lobte. Die Tweets seien eine „totale Ablenkung“ gewesen, sagte Scaramucci. Das Wichtigste sei, dass er den Präsidenten unterstütze. Der Agenda Trumps werde nun alles untergeordnet.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anthony Scaramucci: Kommunikationschef von Trump möchte eine „neue Ära“"

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  • Scaramucci scheint etwas übereifrig diesen Umschwung zu gestalten. So abrupt, wie er vom Demokraten zum Bullshitter umschwenkte, so abrupt beisst er jetzt der Hand, die Trump gefüttert hat: Die Russen.

    Eine Gangart anzukündigen, die die Russen "hart und kriegsähnlich" trifft, dürfte natürlich Interesse wecken. Kommt nach "Big-Bullshit gegen die Medien" nun "Big-Bullshit gegen Russland"?

    Zuzutrauen wäre es Trump, der alle Anzeichen einer Demenz-Erkrankung zeigt. Da kommt dann irgendwann die agressive Phase. Traurig, dass jemand wie Putin so wenig Menschenkenntis besaß, dass er meinte, diesen Idioten als IM anwerben zu können. Eigentlich gehört Putin gefeuert. Natastrowje!

  • Ich versuche gerade mich in die Haut eines russischen KGB-Mannes hineinzuversetzen, der hört, dass der neue US-Sprecher als erste Amtshandlung davon spricht, dass Russland "hart und kriegsähnlich getroffen" werden müsste.

    Ob die Russen nun fortfahren, mit ihrer verlogenen Hintenrum Unterstützung für das Trump-Team?

    Irgendwie ist das alles derart verlogen, dass man sich wünscht, dass endlich wieder normale Leute regieren. Und keine Immobilien-Bonzen, mit Mafia-Kontakten, mit Heuschrecken-Bankern, die sich eigene Medien kaufen können und die allesamt mit Proganda von einem G36-Land unterstützt werden, dass ausser Atomwaffen und einem Geheimdienst-Mann als Präsidenten eigentlich kaum noch eine Rolle in der Weltwirtschaft spielt.

  • Das ist doch mal Kommunikation nach allen Prinzipien der Doppeldeutigkeit: "In Bezug auf Russland sei ein zweiseitiger Ansatz notwendig: Einerseits müsse deeskaliert und diplomatisch gehandelt werden. Andererseits müsse Russland hart und kriegsähnlich getroffen werden. "

    Nun gut. Russland mal hart und kriegsähnlich zu treffen wäre vielleicht mal der richtige Weg. Schon seit langem habe ich das Gefühl, Russland steuert in einen kalten Krieg. Da kann es bestimmt auch mal ein paar harte Rückschläge einstecken.

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