Anti-EU-Partei
Ukip gewinnt die Wahl in Großbritannien

Nigel Farage triumphiert: Der Kopf der europafeindlichen Ukip hat den Sieg seiner Partei in Großbritannien verkündet. Es ist das zweite große EU-Land, in dem eine rechtsgerichtete Partei den Sieg erringt.
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LondonDie rechtspopulistische Partei UKIP hat die Europawahl in Großbritannien gewonnen. Nach Auszählung eines Großteils der Stimmen kam UKIP auf 28 Prozent. Einer Berechnung der BBC zufolge entfallen damit 24 der 73 britischen Sitze auf UKIP, die bisher mit 13 Parlamentariern im Europaparlament vertreten war. Nach Auszählung eines Großteils der Stimmen kam UKIP auf 28 Prozent. Einer Berechnung der BBC zufolge entfallen damit 24 der 73 britischen Sitze auf UKIP, die bisher mit 13 Parlamentariern im Europaparlament vertreten war.

UKIP-Chef Nigel Farage, der seinen Sitz im Europaparlament klar verteidigte, bezeichnete den Wahlausgang als „außergewöhnlichstes Ergebnis seit 100 Jahren“. „Das ist nicht das Letzte, was ihr von uns gehört habt“, rief er Anhängerin und Kritikern gleichermaßen zu. „Die Ukip wird diese Wahl gewinnen, und ja, das wird ein Erdbeben sein.“

Der Stimmenanteil für die Ukip ist im Vergleich zu der Wahl vor fünf Jahren deutlich gestiegen. Insgesamt hat Großbritannien 73 Sitze im Europäischen Parlament.

Mit einem Wahlerfolg der Ukip, die vehement den Austritt Großbritanniens fordert, dürfte die Debatte über einen Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU neuen Zündstoff erhalten. Spätestens 2015 stehen in Großbritannien Parlamentswahlen an. Cameron, der auch stark unter Druck der Euroskeptiker in seiner Partei steht, hat für den Fall seiner Wiederwahl ein EU-Referendum bis Ende 2017 angekündigt.

Noch nie zuvor in der britischen Geschichte sei eine Partei, die als Rebellenpartei angesehen worden sei, als Siegerin aus einer Wahl hervorgegangen, sagte Farage in Southhampton in Südengland. Farage hatte mit seiner Kampfansage, Großbritannien aus der EU führen zu wollen, viele Briten für sich gewinnen.

In Frankreich wurde die rechtsextreme Front National (FN) bei der Europawahl erstmals zur stärksten Partei des Landes. Eine Zusammenarbeit mit der FN hat Farage bislang ausgeschlossen.

Allerdings verzögert eine Panne beim Auszählen in der Hauptstadt London das britische Ergebnis für die Europawahl. Im Rathaus des Ost-Londoner Wahlbezirks Tower Hamlets seien die Wahlhelfer mit der vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung von um die 50 Prozent nicht klargekommen, berichtete die BBC in der Nacht zum Montag. Deshalb verzögerte sich das gesamte Londoner Wahlergebnis und damit auch das britische. Großbritannien hatte am Donnerstag gemeinsam mit den Niederlanden die Europawahlen eröffnet.

Auch in Schottland wurde in der Nacht zum Montag nicht mehr zu Ende gezählt. Dort kam einer Prognose der BBC zufolge die Schottische Nationalpartei auf zwei Sitze, ebenso wie die Labour-Partei. Die Konservativen und UKIP errangen jeweils ein Mandat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • In Europa zieht die Vernunft ein
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    Jetzt heißt es, nicht einfach den Eurofaschisten und Europafanatikern zu folgen, sondern jetzt gibt es auch europakritische Parteien, welche sich nicht mehr alles von der EUdSSR und deren ZK vorschreiben lassen wollen.

    Sie fordern mehr Souveränität für die einzelnen Staaten und sind gegen eine Schulden- und Transferunion. Die Mitgliedsländer sollen mehr Eigenverantwortung an den Tag legen, und wenn sie das nicht können und/oder wollen, die EU und die Eurozone verlassen. Das ist nur konsequent!

    Ebenfalls konsequent ist es, wenn einige Länder die EU und die Eurozone verlassen wollen, da sie es nicht einsehen, sich von den "Nehmerländern" ausnutzen und ausbeuten zu lassen.
    Die heutige EUdSSR ist ein Konglomerat aus 28 Ländern mit unterschiedlicher Mentalität und unterschiedlicher Wirtschaftskraft, welche mit der ehemaligen, erfolgreichen EWG nichts mehr gemein hat. Sie ist an ihrem Erweiterungswahl gescheitert.

  • Reformanstoss aus Deutschland unwahrscheinlich, zu übervorsichtig ist doch der deutsche Michel ... Aufbegehren war und ist nicht sein Metier. Das mussten nun die Franzosen und Briten übernehmen.

    Ohne die formulierten Ziele der Wahlsieger dieser beiden Länder teilen zu müssen, so ist doch zumindest aus taktischer Sicht dieses Wahlergebnis gut, um den Reformdruck weiter zu erhöhen. Ein "Weiter so" darf es nun nicht mehr geben, drastische Reformen hin zu mehr Bürgernähe, Wohlstandsausgleich und regionaler Entscheidungshoheit sind längst überfällig, aber nie angegangen worden.
    Und evt erzeugt das Ergebnis ja auch etwas mehr Demut bei den Bürokraten in Brüssel und sonstwo, naja hoffen darf man ja.

  • Reformanstoss aus Deutschland unwahrscheinlich, zu übervorsichtig ist doch der deutsche Michel ... Aufbegehren war und ist nicht sein Metier. Das mussten nun die Franzosen und Briten übernehmen.

    Ohne die formulierten Ziele der Wahlsieger dieser beiden Länder teilen zu müssen, so ist doch zumindest aus taktischer Sicht dieses Wahlergebnis gut, um den Reformdruck weiter zu erhöhen. Ein "Weiter so" darf es nun nicht mehr geben, drastische Reformen hin zu mehr Bürgernähe, Wohlstandsausgleich und regionaler Entscheidungshoheit sind längst überfällig, aber nie angegangen worden.
    Und evt erzeugt das Ergebnis ja auch etwas mehr Demut bei den Bürokraten in Brüssel und sonstwo, naja hoffen darf man ja.

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