Anti-IS-Koalition

Rund zehn irakische Soldaten bei Luftangriff getötet

Die USA engagieren sich zusammen mit Saudi-Arabien und anderen Streitkräften in der Anti-IS-Koalition. Dabei kam es zu einem Zwischenfall: Bei einem Luftangriff wurden rund zehn verbündete Soldaten aus dem Irak getötet.
Update: 19.12.2015 - 15:51 Uhr
Immer wieder sorgen Luftangriffe für Beschuss unter eigentlich Verbündeten. Quelle: dpa
Friendly fire

Immer wieder sorgen Luftangriffe für Beschuss unter eigentlich Verbündeten.

(Foto: dpa)

BagdadBei einem Luftangriff auf die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind rund zehn irakische Soldaten getötet worden. Verteidigungsminister Chaled al-Obeidi sagte am Samstag in Bagdad, der Vorfall habe sich während eines Vorstoßes von Bodentruppen nahe der Stadt Falludscha ereignet. Da irakische Armeehubschrauber wegen schlechten Wetters nicht hätten fliegen können, hätten Flugzeuge der von den USA geführten Koalition den Bodentruppen Unterstützung aus der Luft gegeben. Bei einem der Angriffe seien auch irakische Soldaten getroffen worden.

Die USA unterstützen die irakische Regierung vor allem mit Luftangriffen beim Kampf gegen den IS, der im vergangenen Jahr große Teile im Norden des Landes eroberte. Ob der Angriff von einem US-Flugzeug oder einer Maschine eines anderen an der Allianz beteiligten Landes geflogen wurde, war zunächst nicht bekannt.

Sturmgewehre, Panzerfäuste und fünf Dingos
Bundeswehrpistolen in Afghanistan
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Pistole P1

Mit der Waffenlieferung an die Kurden wird die Bundeswehr auch 8000 Exemplare ihrer ehemaligen Standard-Dienstpistole los. Abgelöst wurde die Walther P1 inzwischen in vielen Bereichen durch die P8 des Herstellers Heckler & Koch (hier im Bild). Die P1 wird eingesetzt zur Verteidigung im Nahkampf und hat ein Kaliber von 9mm. Die Waffen diene „als Selbstschutzwaffe für Sanitäts- und Führungspersonal sowie als Zweitbewaffnung für Maschinengewehrschützen“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Website. Die Kurden erhalten auch eine Million Patronen.

Die vollständige Liste hat das Bundesverteidigungsministerium auf seiner Website veröffentlicht.

Deutsche Waffen in den Irak - G3
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Sturmgewehr G3

Einzelfeuer oder kurze Feuerstöße lassen sich mit dem G3 von Heckler & Koch abgeben. Ende der 1950er Jahre wurde das G3 als Standardgewehr der Bundeswehr eingeführt, vor knapp 20 Jahren wurde die Ablösung durch das G36 beschlossen. Viele Exemplare des Alt-Modells wurden seitdem vernichtet, doch die Lager sind weiterhin gut gefüllt. 8000 Stück des G3 gehen nun in den Irak, inklusive zwei Millionen Schuss Munition. Das klingt viel, relativiert sich aber bei möglichen 500 bis 600 Schuss pro Minute, die das Gewehr abgeben kann.

Heckler&Koch
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Sturmgewehr G36

Auch vom G3-Nachfolgemodell schickt Deutschland 8000 Stück in den Irak. Das G36 erhält die Bundeswehr seit 1997, es ist deutlich leichter als der Vorgänger. Laut dem Heer werden „G36-Versionen von den Spezialkräften der Streitkräfte vieler weiterer Nationen weltweit genutzt“. 750 Schuss pro Minute sind theoretisch möglich – vier Millionen Schuss Munition werden mitgeliefert. Das Sturmgewehr kann Ziele auf mehrere Hundert Meter Entfernung treffen.

Deutsche Waffen in den Irak - MG3
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Maschinengewehr MG3

Seit Ende der 1960er Jahre ist das MG3 des Herstellers Rheinmetall das Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr. „Das MG3 fungiert als 'schwere' Waffe der Gruppe mit der Einzel-, Gruppen- und Flugziele auch auf größere Entfernung effektiv bekämpft werden können“, heißt es auf der Website der Bundeswehr. Einzelschüsse sind mit dem Gewehr nicht möglich. 40 Stück des MG3 werden an die Kurden geliefert, samt einer Million Schuss Munition.

Panzerabwehrwaffe Milan
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Panzerabwehrwaffe Milan

Mit der Milan werden leichte Panzerabwehrraketen verschossen, um Panzerfahrzeuge in einer Entfernung zwischen 300 und 1950 Metern aufzuhalten. Die Waffe ist bei der Bundeswehr seit Ende der 1970er Jahre im Einsatz. 30 Exemplare erhalten nun die kurdischen Peschmerga. Als Munition werden 500 Raketen mitgeliefert.

Panzerfaust3
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Panzerfaust 3

Mit der Panzerfaust 3, auch Bunkerfaust genannt, werden gepanzerte Fahrzeuge sowie Bunker und Ziele hinter Deckungen attackiert. „Zum Schießen nimmt der Soldat die Waffe auf die rechte Schulter“, wird auf der Website der Bundeswehr erklärt. Ziele in bis zu 400 Meter Entfernung können angegriffen werden. Hersteller war die Waffenschmiede Dynamit Nobel Defence. Heute kommt die Panzerfaust 3 immer noch in fast allen Teilen des Heeres zum Einsatz. 200 Stück samt 2500 Geschossen werden in den Irak geliefert. Dazu kommen 40 Exemplare der schweren Panzerfaust.

Handgranate
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Handgranaten

Auch 10.000 Handgranaten erhalten die Kurden – hier eine Wurfübung von Marineschutzkräften auf dem Truppenübungsplatz Putlos. Die Lieferung erfolgt in zwei Tranchen.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat für den Vorfall Mitverantwortung übernommen. Es handele sich dabei um einen Fehler, in den beide Seiten verwickelt seien, sagte er am Samstag bei einem Besuch auf dem Kriegsschiff USS Kearsarge im Persischen Golf. Er habe den irakischen Ministerpräsident Haider al-Abadi sein Mitgefühl ausgedrückt. Rund zehn irakische Soldaten sollen bei dem Angriff getötet worden sein. Die genaue Zahl ist derzeit noch unklar.

Laut einer Erklärung des US-Militärs wurden die Luftangriffe als Reaktion auf Anfragen und Informationen der irakischen Sicherheitskräfte am Boden verübt. Falludscha befindet sich unter der Kontrolle des IS. Die Angriffe seien mit den irakischen Kräften abgestimmt gewesen. In der Erklärung des US-Militärkommandos Centcom vom Freitag hieß es, bisher sei es wohl noch nie zu einem versehentlichen Beschuss der verbündeten irakischen Soldaten gekommen.

  • rtr
  • afp
  • ap
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