Anti-Islam-Video
Die USA wappnen sich gegen neue Proteste

Die USA fürchten neue Ausschreitungen von aufgebrachten Muslimen nach den Freitagsgebeten - und verbarrikadieren die Botschaft in Jakarta hinter Stacheldraht. Auch in Deutschland sind Kundgebungen geplant.
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Jakarta/BerinNach der Veröffentlichung weiterer Mohammed-Karikaturen in einem französischen Satire-Magazin werden in der islamischen Welt im Anschluss an die Freitagsgebete wieder heftige Proteste erwartet. In Nordafrika wurden vorsorglich zahlreiche französische Institute und Schulen geschlossen. Die USA machten ihre Vertretungen in Indonesien dicht. Auch die amerikanische Vertretung beim Verband der Südostasiatischen Länder blieb zu. Vor der Botschaft in Jakarta wurden Wasserwerfer aufgestellt, Stacheldraht wurde ausgerollt. Auf ihrer Website warnte die US-Vertretung, dass sich die Proteste gegen die Veröffentlichung des den Propheten Mohammed beleidigenden Videos jetzt stärker auch gegen amerikanische Geschäfte richten könnten. Vor allem Schnellrestaurants könnten ins Visier der Protestierenden geraten.

Auch in Deutschland sind Protestkundgebungen geplant. So wollen in Freiburg Muslime gegen die Verunglimpfung des Propheten auf die Straße gehen. Die Polizei rechnet mit 800 Teilnehmern und erwartet einen friedlichen Verlauf. In Münster will ein Verein unter dem Motto „Gegen den religionsbeleidigenden Film im Internet“ in der Innenstadt demonstrieren. Auch in Hannover und Cuxhaven sind Kundgebungen geplant.

In vielen islamischen Ländern rund um den Globus kocht seit mehr als einer Woche Wut über ein im Internet verbreitetes Mohammed-Schmähvideo hoch. Etliche Menschen starben bei Krawallen. Davon unbeeindruckt provoziert das französische Magazin „Charlie Hebdo“ in seiner aktuellen Ausgabe mit seitenweise Karikaturen, die den Propheten auch nackt und in unsittlichen Posen zeigen.

Auch das deutsche Satire-Magazin "Titanic" wird kommende Woche mit einem Islam-Cover erscheinen. Chefredakteur Leo Fischer fürchtet jedoch deswegen keine Proteste von Muslimen vor den Redaktionsräumen. Sollte es dazu kommen, "dann werde ich in aller Ruhe erklären, wie dieser Titel gemeint ist", sagte Fischer am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Er kenne viele Muslime als liberale und tolerante Menschen, die auch einmal einen Witz verstünden. "Da habe ich keine Bedenken", sagte Fischer weiter.

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  • Also, ich frage mich warum denn kein Muslim innerhalb der USA demonstriert, insbesondere nicht in Kalifornien...

  • Meinen Sie die Freiheit des Mitmenschen gewalt einzusetzen?

  • Eingeschränkte Meinungsfreiheit? Der war gut.

    Machen Sie sich mal lieber klar, daß die eigene Freiheit immer da aufhört, wo die des Mitmenschen beginnt.

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