International

_

Anti-Islam-Video: Produzent des Mohammed-Schmähfilms in Haft

Der mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Schmähvideos, das die schweren Unruhen in der islamischen Welt ausgelöst hatte, ist festgenommen worden. Der Staatsanwalt wirft ihm Verstöße gegen Bewährungsauflagen vor.

Los AngelesDer mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Films "Die Unschuld der Muslime" muss wegen mehreren Verstößen gegen Bewährungsauflagen ins Gefängnis. Eine Richterin in Los Angeles ordnete am Donnerstag Haft für den 55-jährige Nakoula Basseley Nakoula an. Sein Schmähfilm hatte in der muslimischen Welt wütende Proteste ausgelöst.

Anzeige

Staatsanwalt Robert Dugdale warf Nakoula acht Verstöße gegen Bewährungsauflagen vor, darunter Falschaussagen und den Gebrauch von mindestens drei verschiedenen Namen. Richterin Suzanne Segal lehnte eine Freilassung gegen Kaution wegen Fluchtgefahr und Gefährdung der Allgemeinheit ab. "Das Gericht hat wenig Vertrauen in den Angeklagten", sagte Segal. Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wurde aber per Video in ein anderes Gebäude übertragen.

Mohammed-Karikaturen Straßenschlachten fordern ein Todesopfer

In der pakistanischen Stadt Peshavar ist ein Kino in Flammen aufgegangen.

Mohammed-Karikaturen: Viele Tote bei Straßenschlachten in Pakistan

Filmemacher Nakoula war bereits am 15. September von einem Bewährungshelfer der Polizei vernommen worden. Seither hielt er sich an einem unbekannten Ort auf. Der in den USA lebende koptische Christ aus Ägypten war 2009 wegen Bankbetrugs angeklagt und 2010 zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zuletzt ermittelten die Behörden gegen ihn wegen möglicher Bewährungsverstöße.

Der in den USA produzierte Film, der den Propheten Mohammed beleidigt und Muslime verunglimpft, hatte vor rund zwei Wochen in der muslimischen Welt zu tagelangen teils gewaltsamen Protesten vor US- und anderen westlichen Einrichtungen geführt. Bei Ausschreitungen in Libyen, Tunesien, dem Sudan und Pakistan wurden insgesamt Dutzende Menschen getötet. Ein pakistanischer Minister setzte ein Kopfgeld in Höhe von 100.000 Dollar (77.600 Euro) auf den Produzenten des Films aus.

Arabische Welt

In Ägypten bestätigte ein Berufungsgericht am Donnerstag ein Urteil gegen einen Kopten wegen Gotteslästerung. Bischoi al-Beheiri muss für insgesamt sechs Jahre ins Gefängnis. Er war Mitte September für schuldig befunden worden, Mohammed-Karikaturen im Internet veröffentlicht und Präsident Mohammed Mursi beleidigt zu haben.

  • 28.09.2012, 10:57 UhrChristian_Suhaib_Edenhofer

    @Blinse:

    Es gibt keine Islam-Experten, die diesen nicht auch an einer islamischen Hochschue studiert haben. Auch Peter Scholl-Latour ist kein Islam-Experte. Das sind alles Terrorismus oder Nahost-Experten. Vom Islam haben die keine Ahnung. Und kämpferisch MUSS der Islam auch sein, weil ihn jeder unterdrücken will. Sie machen den gleichen Fehler den alle machen, nämlich Islam mit Terrorismus gleich zu setzen. Ich empfehle Ihnen einmal den Film Von Jürgen Tudenhöfer "10 Thesen gegen den Islam". Dann werden Sie anfangen zu verstehen ...

  • 28.09.2012, 10:13 UhrBlinse

    @Holger
    Fragen Sie mal einen Islam-Experten, der wird nicht bestätigen, das der Islam friedlich ist. Selbst Peter Scholl-Latour nennt den Islam "kämpferisch."

  • 28.09.2012, 09:42 UhrHotSix

    @ Degerlocher: Die meisten Muslime haben auch nur mit den Schultern gezuckt.

    Unsere Medien haben sich allerdings auf die paar hundert radikalen konzentriert - friedliche Muslime kommen hier nicht gut an, wenn die NATO gerade einen weiteren Krieg zu starten versucht.

    Über die täglichen, massiven Ausschreitungen in Griechenland, Spanien und anderen EU-Ländern gibt's immer nur eine kurze Meldung - ohne Bilder der Brandbomben und kriegsähnlichen Strassenschlachten.

  • Die aktuellen Top-Themen
Steuer-Affäre: Hoeneß soll auf T-Aktien gewettet haben

Hoeneß soll auf T-Aktien gewettet haben

Medienberichten zufolge soll sich Uli Hoeneß mit Aktien der Deutschen Telekom verspekuliert und Millionen Euro verloren haben. Damit hätte die T-Aktie neben den tausenden Kleinanlegern auch ein prominentes Opfer.

Pjöngjang: Nordkorea testet weiter Kurzstreckenraketen

Nordkorea testet weiter Kurzstreckenraketen

Trotz Sanktionen testet Nordkorea erneut Kurzstreckenraketen, nachdem Pjöngjang bereits Raketen in östliche Gewässer feuerte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt die Tests als Provokation. Die Lage ist angespannt.

Anti-Euro-Partei: AfD-Chef will nicht zurück zur D-Mark

AfD-Chef will nicht zurück zur D-Mark

Der Vorsitzende der AfD-Partei Bernd Lucke will nun nicht zurück zur D-Mark, sondern ist für einen Euro-Ausstieg der südeuropäischen Staaten. So könnten die Süd-Länder allmählich wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Handelsblog Bringt die Bürokraten in Erklärungsnot!

Die Regierung feiert sich. Mal wieder. Das Bundeskabinett hat den Bericht des Normenkontrollrates verabschiedet. Klingt abstrakt? Hat aber ganz praktische Bedeutung, denn es geht dabei um den von allen geforderten Abbau von Bürokratie. Die... Von Florian Kolf. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International