Anti-Mafia-Kampf
Mexikos Drogenkrieg berührt US-Interessen

Der Anti-Mafia-Kampf der mexikanischen Regierung wird Thema beim am Wochenende stattfindenden Nordamerika-Gipfel sein. Denn mittlerweile berührt der Drogenkrieg in Mexiko auch die nationalen Sicherheitsinteressen der USA. Das relativ neue Kartell „La Familia“ hat seine Tentakel in 16 US-Bundesstaaten ausgestreckt.

MEXIKO-STADT. Wer auf dem Landweg von Mexiko-Stadt nach Guadalajara fährt, der kommt durch einen Bundesstaat, der in diesen Tagen das Zentrum des mexikanischen Drogenkriegs ist: In Michoacán hat Mitte Juli ein relativ neues Kartell mit bisher unbekannter Brutalität den Staat herausgefordert. Die Killer von „La Familia“ massakrierten binnen weniger Tage fast zwei Dutzend Polizisten und griffen ihre Reviere an. Damit reagierte „La Familia“ – die Familie – auf die Festnahme eines ihrer Anführer.

Präsident Felipe Calderón tat, was er in diesen Fällen immer tut: Er schickte 5 500 zusätzliche Soldaten und Bundespolizisten in den eigentlch beschaulichen Staat, in dem schon 7 000 Sicherheitskräfte stationiert waren. Seither ist im Kampf um Rauschgift, Routen und Reviere in Michoacán trügerische Ruhe eingekehrt.

Das neue Kartell und die altbekannte Gewalt sind am Wochenende Thema beim Nordamerika-Gipfel im mexikanischen Guadalajara. Über die Situation in Michoacán werden US-Präsident Barack Obama und Kanadas Premier Stephen Harper dabei aber nur aus den Schilderungen von Präsident Calderón hören. Besonders Obama wird jedoch genau zuhören. Denn in den USA berührt der Drogenkrieg in Mexiko inzwischen nationale Sicherheitsinteressen. Und vor allem „La Familia“ hat nach Erkenntnissen der amerikanischen Antidrogenbehörde DEA seine Tentakel bis in 16 US-Bundesstaaten ausgestreckt.

Vier große Mafiagruppen sowie mittlerweile ein halbes Dutzend unabhängige Organisationen, zu der auch „La Familia“ gehört, kämpfen in Mexiko um den Binnenmarkt und die Routen für Schmuggelware jeder Art in die USA. Nach Erkenntnissen der US-Drogenfahnder ist Mexiko Drehkreuz für 90 Prozent des in den USA konsumierten Kokains. Aber die Mafias handeln längst nicht mehr nur mit Drogen.

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