Anti-Rassismus-Konferenz
Ahmadinedschad droht mit Konferenz-Marathon

Nach dem von ihm provozierten Eklat in Genf hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad angekündigt, künftig alle internationalen Konferenzen zu besuchen. Derweil schaltete sich auch die EU in das Boykott-Hickhack um die Konferenz ein und wies, wie schon vor ihr die Uno, Ahmadinedschad wegen seiner Israel-Attacken entschieden zurück.

HB TEHERAN. Bei seiner Rückkehr nach Teheran warf Ahmadinedschad dem Westen „Intoleranz„ vor. „Diejenigen, die Redefreiheit fordern, waren nicht einmal dazu bereit, bei einer von ihnen (dem Westen) selbst organisierten Konferenz eine oppositionelle Stimme zu tolerieren“, sagte Ahmadinedschad.

Mit seiner Rede vor der Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen in Genf hatte Ahmadinedschad weltweit Empörung ausgelöst. Darin hatte er Israel mit Blick auf die Palästinenser als barbarisches und rassistisches Regime bezeichnet. Nach Beginn der Rede hatten westliche Delegierte unter Protest den Saal verlassen. Die iranischen Medien bezeichneten diese am Dienstag als eine Minderheit und als „von Israel engagierte Clowns“.

Die EU wies die Äußerungen Ahmadinedschads scharf zurück. Die EU erwarte, dass die Anti-Rassismus-Konferenz der Uno „im Sinne einvernehmlichen Respekts und Würde abgehalten wird“, hieß es weiter in einer am Dienstag in Prag verbreiteten Erklärung der EU-Ratspräsidentschaft.

Nach dem Ahmadinedschad-Eklat nehmen den Angaben zufolge weiter alle EU-Länder außer Deutschland, Italien, Holland, Polen und Tschechien an der Durban-Nachfolgekonferenz teil. „Die teilnehmenden (EU-)Mitgliedsstaaten haben keine besonderen Probleme mit dem Inhalt des Entwurfs für das Schlusspapier und sind bereit, diesem am Freitag bei der Beschlussfassung zuzustimmen“, teilte der EU-Vorsitz mit.

Dessen ungeachtet wertete der französische Außenministers Bernard Kouchner das Treffen in Genf positiv. Die Konferenz sei „der Beginn eines Erfolges“, sagte Kouchner dem Radiosender Europe-1. Er hoffe, die von den UN eingebrachte Abschlusserklärung gegen Rassismus werde am Abend verabschiedet.

Frankreich hat sich dem Boykott westlicher Staaten nicht angeschlossen und ist mit seinem Uno-Botschafter in Genf vertreten. Allerdings verließ auch dieser am Montag zusammen mit anderen westlichen Delegationen den Sitzungssaal, nachdem Ahmadinedschad Israel als „grausamstes und rassistischstes Regime“ bezeichnet hatte.

Ahmadinedschads Rede sei absehbar gewesen, sagte Kouchner am Dienstag dazu. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy warf seinem iranischen Kollegen am Montag vor, er Rufe zum Rassenhass auf. Sarkozy forderte eine entschlossene Reaktion der EU.

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