Anti-Terror-Kampf
Obama richtet Afghanistan-Strategie neu aus

Nach der Warnung von General McChrystal vor einem Desaster überdenkt US-Präsident Barack Obama die Afghanistan-Strategie der USA. Im Gespräch sind mehr gezielte Anti-Terror-Angriffe in Pakistan und eine weitere Truppenverstärkung. Bei einer Truppenverstärkung könnte es allerdings Streit mit Bündnispartner Deutschland geben.

HB WASHINGTON. Die Überlegungen gehen offenbar in die Richtung, verstärkt unbemannte Flugzeuge mit Raketen auszustatten und damit Ziele islamischer Extremisten aus dem Umkreis der Al Kaida anzugreifen. Auf diese Weise, so heißt es in Washington, könnten die Aufständischen auf ein kleineres Gebiet zurückgedrängt und daran gehindert werden, ins benachbarte Afghanistan zu gelangen. Seit August 2008 gab es nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mehr als 50 solcher Raketenangriffe auf Ziele in Pakistan.

Die Überlegungen eines Strategiewechsels stehen in Zusammenhang mit einem dramatischen Lagebericht des US-Kommandeurs in Afghanistan, General Stanley McChrystal. Dieser warnte darin vor einem Scheitern des internationalen Einsatzes, falls die Truppen nicht entscheidend verstärkt würden. Berater von Barack Obama erklärten, der Präsident habe noch weitere Fragen und wolle sich Zeit nehmen für eine Entscheidung zur künftigen Afghanistan-Strategie.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach sich gegen eine weitere Aufstockung des deutschen Truppenkontingents in Afghanistan aus. Entsprechende Aufforderungen von amerikanischer Seite seien nicht automatisch an die Adresse Deutschlands, sondern an andere Länder gerichtet, sagte der SPD - Kanzlerkandidat am Dienstag dem NDR.

Steinmeier verwies darauf, dass Deutschland seine militärische Präsenz bereits im letzten Jahr von 3500 auf 4500 Soldaten erhöht habe. Damit sei Deutschland drittgrößter Truppensteller. Dies sei auch den Amerikanern bekannt. Im Norden Afghanistans habe die Bundeswehr zudem eine Infrastruktur mit einem Zugang zu Stammesangehörigen aufgebaut. Damit sei Deutschland dort "auf dem richtigen Weg". Deshalb solle man sich jetzt nicht eine solche Diskussion um eine Aufstockung leisten.

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