Anti-Terror-Kampf: USA rüsten Irak mit Waffen auf

Anti-Terror-Kampf
USA rüsten Irak mit Waffen auf

Die USA sehen im Irak ein neues Rückzugsgebiet für Terroristen – und wollen das Land im Kampf gegen Islamisten unterstützen. So will die Obama-Regierung mehr Waffen, aber keine Soldaten in die Krisenregion schicken.
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WashingtonAngesichts des Wiedererstarkens des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak beschleunigen die USA ihre Waffenlieferungen an die Regierung in Bagdad. Die irakische Armee werde früher als geplant hundert weitere Hellfire-Raketen und zehn zusätzliche Aufklärungsdrohnen vom Typ ScanEagle erhalten, teilte das Pentagon in Washington am Montag mit. Bereits im Dezember hatten die USA den irakischen Streitkräften rund 75 Hellfire-Raketen geliefert.

Die mit Al-Kaida verbündete Gruppierung Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIL) hatte in den vergangenen Wochen in der westirakischen Provinz Anbar an Boden gewonnen und die Stadt Falludscha unter ihre Kontrolle gebracht. Pentagon-Sprecher Steven Warren sagte, dass die US-Regierung gemeinsam mit Bagdad an einer Strategie arbeite, um die ISIL-Kämpfer wieder zurückzudrängen. Warren unterstrich aber eine frühere Aussage von Außenminister John Kerry, dass die USA keine Soldaten zurück in den Irak schicken würden.

Ohne Rückendeckung durch die Vereinten Nationen hatte der damalige US-Präsident George W. Bush im März 2003 US-Einheiten in den Irak einmarschieren lassen. An der Spitze einer "Koalition der Willigen" stürzte die US-Armee binnen wenigen Wochen den irakischen Machthaber Saddam Hussein. Bushs Regierung rechtfertigte den Einmarsch mit einer angeblichen Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen sowie mutmaßlichen Kontakten Saddam Husseins zu Al-Kaida. Beide Gründe stellten sich später als falsch heraus, das Land versank nach der Invasion im Chaos.

Nach achtjähriger Besatzung verließen die letzten US-Soldaten den Irak Ende 2011. Zuvor waren Verhandlungen über ein Truppenstatut für eine weitere Präsenz der US-Armee gescheitert, weil Bagdad den ausländischen Soldaten keine Immunität gewähren wollte. Washington bleibt aber ein strategisch wichtiger Partner der irakischen Regierung und lieferte seit 2005 Waffen im Wert von 14 Milliarden Dollar. Außerdem arbeiten beide Länder auf der Ebene der Geheimdienste zusammen. Das irakische Verteidigungsministerium wird laut Pentagon von rund hundert US-Militärangehörigen beraten, die an der US-Botschaft in Bagdad stationiert sind.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Man sollte immer vor Augen haben, dass das primäre Kriegsziel des Irakkriegs die Destabilisierung der Region war und immer noch ist.
    Daher macht es Sinn, sowohl die sog Rebellen auf der syrischen Seite der Grenz, als auch die Verbände auf der irakischen Seite mit Waffen zu versorgen. Wenn alles im Chaos versinkt läßt es sich am besten nach Macciavelli´s Prinzip "teile und regiere" bestimmen.

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