Anti-Wall-Street-Demos

"Ihr verzockt unsere Zukunft"

Jetzt gehen auch in Frankfurt und anderen deutschen Städten die Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen die Macht der Banken. Sie folgen damit dem Aufruf zu weltweiten Protesten - und finden Unterstützer in der Politik.
Update: 15.10.2011 - 12:52 Uhr 37 Kommentare
Demonstranten schließen sich auch auf dem Chlodwigplatz in Köln der "Occupy"-Bewegung an. Quelle: dpa

Demonstranten schließen sich auch auf dem Chlodwigplatz in Köln der "Occupy"-Bewegung an.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Berlin/NEW YORKRund 1000 Finanzmarktkritiker haben am Samstagmittag in Frankfurt ihren Protest gegen die Banken-Macht gestartet. Mit Plakat-Parolen wie „Ihr spekuliert mit unserem Leben“ oder „Ihr verzockt unsere Zukunft“ machten sie ihrem Unmut über Exzesse des Kapitalismus Luft. Die Demonstranten wollten zum Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) ziehen. Die Frankfurter Polizei sprach von 1000 Teilnehmern zum Auftakt.

In dutzenden weiterer Städte in Deutschland gingen Menschen auf die Straße. Die Demonstranten bekommen weitere Unterstützung aus der Politik. Der Linken-Vorstand verabschiedete am Samstag in Berlin
eine Resolution, in der die Proteste nach dem Vorbild der „Occupy Wall Street!“-Bewegung als dringend geboten begrüßt werden. Die milliardenschweren Rettungsschirme nützten in Wahrheit den Krisenverursachern, nämlich Großbanken und Finanzfonds, hieß es in der Resolution. „Zahlen sollen dafür in ganz Europa die Beschäftigten, die Erwerbslosen und Rentner, letztlich die Steuerzahler.“ Notwendig sei vielmehr ein
„Schutzschirm für Löhne, Renten und Sozialleistungen“.

Der stellvertretende Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, erklärte, der weltweite Protest müsse in praxistaugliche Konzepte umgesetzt werden. Die SPD habe Pläne zur Regulierung der Finanzmärkte und gegen die wachsende gesellschaftliche Ungleichheit ein gerechtes Steuer- und Finanzkonzept erarbeitet.

Nach dem Vorbild der US-Bewegung Occupy Wall Street sind am Samstag auch in zahlreichen anderen Ländern Demonstranten gegen die Macht der Banken und das Finanzsystem auf die Straße gegangen. In der australischen Metropole Sydney schwenkten Aktivisten Plakate mit Aufschriften wie „Geld kann man nicht essen“. In Tokio schlossen sich rund 200 Menschen einem Protest an, in der philippinischen Hauptstadt Manila zogen Demonstranten vor die US-Botschaft. In Südkorea wollten Aktivisten ins Finanzviertel von Seoul ziehen.

Auch in in weiteren Städten Europas waren Aktionen geplant. In Berlin wollen die Aktivisten vom Roten Rathaus zum Kanzleramt marschieren. In Großbritannien kündigten Aktivisten an, die Londoner Stock Exchange besetzen zu wollen. Die italienische Hauptstadt Rom wappnete sich ebenfalls für massive Proteste.

In Kanada sind für Samstag in Städten wie Montreal und Vancouver Protestkundgebungen geplant, in Toronto wollten Demonstranten vor der Börse zusammenkommen.

Anhänger von Occupy Wall Street störten am Freitag eine Rede von Medienmogul Rupert Murdoch mit Zwischenrufen. Der Chef des Medienkonzerns News Corp. sprach bei einem Bildungskongress in San Francisco über die Rolle der Technologie bei der Verbesserung des staatlichen Schulsystems. Dabei warfen Kapitalismus-Kritiker Murdoch wiederholt lautstark vor, aus dem Bildungssystem Profit schlagen zu wollen. Murdoch zeigte sich von den Zwischenrufen unbeeindruckt.

„Occupy”-Bewegung - Auftakt in Asien und Australien

  • dapd
  • dpa
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37 Kommentare zu "Anti-Wall-Street-Demos: "Ihr verzockt unsere Zukunft""

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • .. bitte?? was lese ich hier ... nach dem Vorbild der WallStreat-Besetzer ... ? Für wie doof haltet ihr uns eigentlich?
    Das folgende Video beispielsweise ist inzwischen 5 Monate alt. http://www.youtube.com/watch v=l2QGuLhIE1o&feature=related (... wie bitte kann das sein, waren diese Ereignisse doch 4 Monate nach Hochladen)

    Und, liebe Damen und Herren Redakteure, auch wenn es Euch nicht passt, wir waren bedeutend mehr als 1000 Hanseln in Frankfurt. Aber genaue Recherchen oder aber die Wahrheit passt Eueren Brötchengebern wohl nicht in den Kram?

    Das Sprichwort gilt wohl nachwievor, insbesondere in einem Blatt wie diesem hier: WES BROT ICH ESS, DES LIED ICH SING.

    Und noch was: ich bin gestern unter anderem auf der Straße gewesen, weil ich was gegen eine von der Politik oder der Finanz- und Bankwirtschaft indoktrinierte Berichterstattung habe.

    Guten Appetit

  • >>Die Kreditwirtschaft fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Nicht die Banken sind nach Auffassung der Branche für die gegenwärtige Krise verantwortlich, sondern die überschuldeten Staaten. <<

    Es war die Kreditwirtschaft, die den Staaten Mittel zur verfügung stellten, die erst ermöglichten, dass sich die Staaten so weit verschuldet haben.
    Und dabei haben die Kreditinstitute die möglichen Risiken entweder völlig falsch eingeschaätzt, oder schlicht ignoriert!

  • @ deltaone selten so einen Schrott gelesen ob Kapitalist oder deine Lesermeinung kann man ruhig übergehen sie zeugen von unfähigkeit im denken.

  • Ibi fas ubi proxima merces. Die Globalisierung ist nichts Neues, es gab sie schon zu Zeiten des Römischen Reiches. Die globale Vernetzung der Märkte hat mehr Menschen aus der Armut befreit, als irgendwelche sozial motivierten Reformen. Es geht der Menschheit in Summe (1 Miliarde Menschen in Asien sind durch Wachstum aus der Armut befreit worden) über die Zeit kontinuierlich immer besser. Gerade Deutschland mit seiner Exportorientierung ist ein Globalisierungsgewinner. Der Luxus von heute ist der Standard von morgen. Das jede Veränderung immer auch Verlierer kennt, ist mehr als banal. Die Weigerung der Politik, Tatsachen zu akzeptieren, wie z.B. das Krisen systemimmanent sind und ein Gegensteuern nur noch größere Krisen bewirkt, haben zur aktuellen Lage massiv beigetragen. "Der Weg zur Knechtschaft" im Sinne von F.A. von Hayek wird immer zügiger beschritten. Er widmete sein Buch nicht umsonst "den Sozialisten aller Parteien."

  • @Spekulant
    Nun, ich kann verstehen wenn Sie noch nicht hinter der Finanzfassade hintergeblickt haben und es nicht auf das Finanzsystem schieben.
    Ich kann Ihnen da aber weiterhelfen und rege Sie dazu an, selbst auch ein bisschen nachzuforschen:

    VWL-Erklärung:
    Das Grundübel liegt eigentlich am Zinssystem. Da Zinsen über die Zeit zu einem exponentiellen Wachstum führen, sprich Geldvermögen immer schneller wachsen, muss es zwangsläufig auch eine immer schnellere und in gleicher Höhe hohe Verschuldung geben (Soviel zu Ihrem Wohlstandargument). Ungerechterweise ist das Problem daran, dass sich mit der Zeit die exponentielle Wirkung voll entfaltet, so dass die Kluft zwischen Arm und Reich auseinanderkonvergiert.

    Aufgrunddessen, müssen immer weiter Kredite ausgegeben werden (siehe Subprimekrise). Wenn die Privaten kapitulieren und der wachsenden Zinslast nicht mehr nachkommen können, springt der Staat ein.

    Spekulanten sind schön und gut. Doch haben Sie sich fern der Realwirtschaft entfernt und praktisch Ihren eigenen Markt gegründet (Interbankenmarkt). Alles was nicht mit der Realwirtschaft mehr zu tun hat (spekulation) schädigt die Gesamtwirtschaft. (Das hat selbst Ackermann erkannt). Dank giraler Geldschöpfung und Fair Value hat sich die Bankenszene somit zu einem Tollhaus auf Kosten der Bevölkerung entwickelt.

    Und nein - ich unterstütze nicht Ihre Theorie, dass Spekulanten zum Wohlstand beigetragen haben - absoluter Quatsch! Es war eher die Bereicherung für die Trader und Banken selbst und dient nicht der Bevölkerung - schlimmer, sie zerstört die Bevölkerung/Armen (siehe Rohstoffspekulation)



  • Die Banken: „Die werden wieder geholfen“
    In Deutschland versucht man vieles zu vertuschen
    und einige Medien leisten ihren Beitrag dazu.
    Berichterstattungen über die globalen Bewegungen
    Der EMPÖRTEN würde man am liebsten Verzichten.
    Den „Krieg“ haben die „Ackermänner“ zu verantworten,
    das geht auch auf deren Konten.
    Erst der arabische Frühling, Demos in Spanien,
    Griechenland sowiso, Frankeich, Belgien, Israel, Chile,
    in den USA ( http://occupywallst.org/ )
    und seit geraumer Zeit auch in Deutschland
    www.echte-demokratie-jetzt.de
    Die deutschen haben sich in ihrer Geschichte nie befreit, -
    Im Gegenteil, sie mussten von AUSLÄNDERN befreit
    werden, ist das nicht Schande genug?
    Jetzt ist es an der Zeit versäumtes nachzuholen!!!
    Der politische Generalstreik ist in Deutschland per
    Gerichtsbeschluss in den 50er Jahren verboten worden.
    Von Hans Carl Nipperdey und Ernst Forsthoff und dem
    Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahre 1955.
    Forsthoff verteidigte des Führerprinzip und die Verfolgung
    der Juden.
    Jedoch nicht verboten die Versammlungsfreiheit, wenn es um
    die Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
    handelt. Da aber die DIKDATUR DES KAPITALISMUS unsere
    Freiheit und Demokratie zerstört, ist es höchste Zeit uns diesem
    Instrument, welches im Grundgesetz verankert ist zu bedienen.
    Da unsere Politiker nicht willens,- oder in der Lage sind gegen die
    Machenschaften des Spekulantentums einzuschreiten gibt es nur
    diese Möglichkeit:
    Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
    Nach der französischen Revolution, der Industriellen Revolution,
    dem arabischen Frühling wird die „ÖKONOMISCHE REVOLUTION“
    global nicht mehr verhindert, - sie ist allgegenwärtig.

  • @pmayer7991: Ja, genau - ziehen Sie ihr Geld von den Banken ab, die sie für unfair etc. halten. Was natürlich passieren wird, ist in diesem Fall genau das, was die Politik befürchtet - die miesesten Banken mit den fetten Problemen (fast alle davon sind diejenigen, die schon länger (z.B. Dexia, Commerzbank) oder seit Gründung (Landesbanken, KfW) vom Staat=Politik kontrolliert werden) können den Geldverbrennern kein Geld mehr beschaffen. Klar freut sich die Politik über die hirnlosen Protestaktionen - damit sie mit mehr Kontrolle das Gelddrucken für noch ein paar Jahre sichern kann, bis alle Wertschöpfung und vor allem alle noch verbliebenen Ersparnisse von Privatpersonen endlich in die Hände von Staatskassen und Staatspersonal/Pensionären umgeleitet ist. Die Schuld sowohl der Banken als auch der Ratingagenturen ist nur, zu lange die Märchen der Politiker unwidersprochen gelassen zu haben.
    @"Moneten" und "globalvoter" - wenn sie genug Ahnung von den Zusammenhängen hätten, statt staatstreu-linken Mist zu glauben, wäre ich sehr für direktere Demokratie. Auch ein echter Staatskonkurs wäre richtig - aber eben tatsächlich mit völlig gleichem Schaden für alle Gläubiger und für überbezahlte Beamte und Pensionäre der jeweiligen Länder. Genau die letzteren will aber die europäische Politik auf Kosten der zwei Gläubigergruppen Banken, Investmentsfonds und private Anleihenbesitzer schützen, was eigentlich jedem Linken oder staatsfreundlich Rechten gefallen dürfte, wenn er es verstehen würde.

  • @ Schmierentheater

    Bravo, bestens auf den Punkt gebracht !
    So ist es und so soll es zukünftig weiter gehen.

    Wir wollen es nicht mehr.

    www.eurodemostuttgart.wordpress.com

  • Das Politiker - Volk mischt sich unter die Protestler,

    hiermit wollen sie die Bewegung aufmischen wie SPD Poß.

    Politiker u. Bankster haltet euch raus aus der Bewegung

    "Ocuppy ".

    Ihr seid der Wolf im Schafspelz .u.jetzt wollen sie sich

    unter die Protestler mischen .


    Da kann man nur sagen " Volksverräter " !!!!!

  • Die scheinheiligen, inkompeteten Politiker versuchen den Dreck woanders abzuladen. Verantwortungslos haben sie Deutschland an eine subversive EU verkauft, die sich seit 2. Jahrzehnten die Hände reibt um endlich von den Transferleistungen zu profitieren. Die opportunistischen Medien waren in diesen Ausverkauf Deutschlands eingebunden. Die deutsche Industrie hat den Ball aufgenommen und mit Produktionsverlagerungen reagiert. Die zunehmende Arbeitslosigkeit war der Schröderclique ein zu hohes Mass an Transferleistungen, so wurde HartzIV ausgekungelt. Dafür wurden unsere Leistungsbilanzüberschüsse über Europa ausgegossen. Aber das reichte noch nicht. Südeuropa steigerte seinen Lebensstandard und der Norden musste diesen entsprechend herunterfahren (Lohnverzicht, Erhöhung des Renteneintrittsalters etc.). All dies war, in einer so heterogenen Wirtschaftszone, unterschiedlichen Sozialsystemen, unterschiedlichen Bildungssystemen, unterscchiedlichen Mentalitäten, vorhersehbar. Die Politiker haben uns sehenden Auges verkauft. Aus diesem Grund ist nun auch keine sachliche Auseinandersetzung unserer Politiker in dieser Angelegenheit zu erwarten. Allenfalls Ablenkung von der Problematik und eine monotone Indoktrination mit weiteren Lügengeschichten wie Deutschland sei der Gewinner des Euro. Ein Schmierentheater mit dem Ziel einer Transferunion.

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