Antikorruptionsgipfel in London
Der Zwei-Billionen-Dollar-Kampf

Korruption verursacht laut dem IWF einen Billionen-Schaden. Auf einem Gipfel in London sagen nun rund 40 Staaten der Geldwäsche den Kampf an. Auch Deutschland will die dunklen Geldkanäle künftig stärker verfolgen.

LondonEs ist ein Gipfeltreffen, wie es kaum eines zuvor gab. Rund 40 Regierungen aus aller Welt beraten auf Einladung des britischen Premierministers David Cameron in London über den Kampf gegen Korruption. Auf der Gästeliste der hochkarätigen Zusammenkunft stehen unter anderem Bundesjustizminister Heiko Maas, der amerikanische Außenminister John Kerry, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, sowie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Mit der Konferenz im feinen Lancaster House unweit des Buckingham Palace am Donnerstag setzen die Briten im Kampf gegen Korruption und Geldwäsche ein deutliches Zeichen. Bereits in den nächsten Monaten soll eine internationale Anti-Korruptions-Zentrale aus der Taufe gehoben werden, zu deren Gründungsmitgliedern auch Deutschland zählt, wie Maas am Rande der Konferenz sagte.

Wer eine konkrete Vorstellung davon bekommen möchte, welche Bedeutung das Problem hat, über das die Regierungsvertreter in London sprechen, muss nur einen Blick in den jüngsten Report des Internationalen Währungsfonds werfen: Demnach belastet die rund um den Globus grassierende Korruption die Konjunktur massiv. Jährlich würden dadurch 1,5 bis zwei Billionen Dollar, umgerechnet 1,3 bis 1,75 Billionen Euro, verschlungen. Dies entspreche einer Schwächung der globalen Wachstumskraft von rund zwei Prozent.

Auch die kürzlich in die Öffentlichkeit gelangten Panama-Papiere über dubiose Geschäfte mit Briefkastenfirmen in Offshore-Zentren unterstreichen die Brisanz des Problems. Nach einer Untersuchung der Weltbank nutzen Kriminelle in 70 Prozent der Korruptionsfälle anonyme Briefkastenfirmen, um ihre Machenschaften zu verschleiern.

Genau solche Probleme soll die die neue Anti-Korruptions-Zentrale künftig schärfer ins Auge fassen. Die neue Organisation werde, so Maas, auch grenzüberschreitende Korruptionsfälle verfolgen – wie etwa den Fifa-Skandal um Bestechungsgelder.

Da der Impuls für die Zentrale von Cameron ausgeht, wird die Organisation ihren Sitz in London haben – und dürfte sich auch durchaus Themen vor der eigenen Haustür zuwenden. Denn auch der Markt für Londoner Luxusimmobilien gilt als Magnet für schmutziges Geld aus dem Ausland. Einer Studie zufolge sind in der britischen Hauptstadt 36.000 Immobilien auf intransparente Briefkastenfirmen in Offshore-Finanzzentren eingetragen, deren wahre Eigentümer häufig unbekannt sind. Doch nun wollen die Briten auch dieses Thema angehen.

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