Antrag abgelehnt
Mussolini darf bei Regionalwahlen nicht teilnehmen

Die italienische Politikerin und Duce-Enkelin Alessandra Mussolini darf auch nach einer Gerichtsentscheidung vom Freitag nicht bei den kommenden Regionalwahlen in Italien antreten.

HB ROM. Das Gericht lehnte den Antrag Mussolinis ab, sie doch noch zu den in weniger als drei Wochen anstehenden Wahlen zuzulassen. Die Enkelin des früheren Diktators Benito Mussolini war von der Wahl ausgeschlossen worden, nachdem eine Kommission Hunderte Unterschriften auf der Nominierungsliste der Politikerin als gefälscht beurteilte. Mussolini hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und war aus Protest in Hungerstreik getreten.

Auf die Entscheidung des Gerichtes reagierte sie mit Wutausbrüchen. Aufgebracht warf sie ihr Mobiltelefon zu Boden und kündigte Berufung an. „Das System hat gewonnen, aber wir werden weiterkämpfen“, sagte sie Reportern vor dem Wohnmobil, das sie zu Wahlkampfzwecken vor dem Gericht geparkt hat. Um bei der Wahl in der Region Latium - zu der auch Rom gehört - als unabhängige Kraft anzutreten, musste Mussolini mindestens 3500 Unterschriften vorlegen. Einige der eingereichten Signaturen waren auf den 31. Februar datiert. Die Fälschungen waren so augenfällig, dass Mussolinis Anhänger ihren politischen Gegnern vorgeworfen, die Listen manipuliert zu haben. Verschwörungstheorien erhielten neue Nahrung, als Vertreter der Stadt Rom eine der Regierung von Latium nahe stehende Firma beschuldigten, sich Zugriff auf städtische Computer verschafft zu haben.

Mussolini galt bei der anstehenden Wahl als möglicherweise entscheidende Kraft. Mit ihrer Kandidatur hätte sie die Rechte des Landes spalten und so der Linken zum Sieg verhelfen können, hatten Experten prognostiziert. Durch ihren Ausschluss gilt nun wieder der Amtsinhaber Francesco Storace von der Partei der Nationalen Allianz (AN) als Favorit. Mussolini war Mitglied der AN, bis sich der Parteichef und heutige Außenminister Gianfranco Fini von ihrem Großvater distanziert hatte. „Wenn sie ihren Hungerstreik führt wie sie die Unterschriften gesammelt hat, dann wird die am Ende fetter sein“, sagte Storace mit Blick auf den Hungerstreik der Politikerin.

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