Antrag auf Haftbefehl
Südkoreas Ex-Präsidentin vor Gericht

Die südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun Hye muss zu einer Anhörung vor Gericht. Dieses wird entscheiden, ob ein Haftbefehl gegen sie erlassen wird. Park werden Erpressung, Bestechung und Machtmissbrauch vorgeworfen.
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SeoulDie südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun Hye ist nach der Beantragung eines Haftbefehls zu einer Anhörung vor Gericht erschienen. TV-Liveaufnahmen zeigten, wie die ernst schauende Park am Donnerstag in das zentrale Bezirksgericht von Seoul eintrat. Von Blitzlichtgewitter umgeben beantwortete sie keine Fragen von Reportern. Es wird erwartet, dass das Gericht bis zum Freitag entscheidet, ob ein Haftbefehl ausgestellt wird.

Falls das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft genehmigt, könnte Park direkt in eine Hafteinrichtung überstellt werden. Die Staatsanwaltschaft darf sie theoretisch 20 Tage lang festhalten, bis sie formell Anklage erheben muss. Wenn der Haftbefehl abgelehnt wird, können die Staatsanwälte Park dennoch verklagen.

Es wird erwartet, dass sich Park wegen Erpressung, Bestechung und Machtmissbrauch verantworten muss. Allein bei einer Verurteilung wegen Bestechung kann es in Südkorea eine lebenslange Freiheitsstrafe geben.

Früher am Tag hatten sich Hunderte Unterstützer vor Parks Anwesen in Seoul versammelt. Vor allem ältere Menschen waren zusammengekommen, um vor ihrem Gang zum Gericht Fahnen zu wehen und Slogans zu rufen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Park vor, einer langjährigen Vertrauten dabei geholfen zu haben, Unternehmen zu erpressen. Von einem der Unternehmen soll sie Bestechungsgeld angenommen und weitere Fehlverhalten begangen haben. Die Vorwürfe veranlassten Millionen Südkoreaner zu monatelangen Protesten. Das Verfassungsgericht des Landes enthob sie am 10. März ihres Amtes, im Mai wird es eine Wahl zur Nachfolge geben.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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