Antrag im Sicherheitsrat
Palästinenser üben sich in Euphorie

Am Freitag haben die Palästinenser einen Antrag auf UN-Mitgliedschaft eingereicht. Der Palästinenservertreter in der UN frohlockt bereits. Doch der Sicherheitsrat vertagt sich nach nur einer Stunde Beratung.
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New YorkDer Weltsicherheitsrat hat die Entscheidung über eine Aufnahme der Palästinenser in die Vereinten Nationen vertagt. „Der Rat wird am Mittwoch um 9.30 Uhr (15.30 deutscher Zeit) wieder zu Beratungen in dieser Sache zusammentreten“, sagte der Ratspräsident, der libanesische UN-Botschafter Nawaf Salam, am Montag in New York. Zuvor hatte der Rat eine gute Stunde über das kontroverse Thema beraten.

Die Palästinenser haben die Vereinten Nationen zu einer schnellen Entscheidung über ihren Mitgliedsantrag gedrängt. „Wir erwarten eine Abstimmung innerhalb weniger Wochen“, sagte der UN-Vertreter der Palästinenser, Riyad Mansur, am Montag in New York. Wenige Minuten zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen zum ersten Mal mit der Beratung des Antrages begonnen.

Eine Entscheidung wurde noch nicht erwartet. „Es wird sicher noch ein zweites Treffen des Rates geben müssen, in den nächsten Tagen“, sagte Mansur. „Dann wird unser Antrag vermutlich einem Expertengremium zur Prüfung übergeben. Das Entscheidende ist aber: Das Verfahren hat begonnen! Und wir sind bereit, uns selbst zu regieren.“

Mansur zeigte keine Zweifel, dass der am Freitag eingereichte Antrag auf UN-Mitgliedschaft eines Staates Palästina die nötige Mehrheit von neun von 15 Stimmen finden könnte. „Dass UN-Generalsekretär (Ban Ki Moon) unser Ersuchen innerhalb weniger Stunden weitergegeben hat, zeigt doch, dass es keine Bedenken geben kann. Und im Sicherheitsrat gibt es neun Länder, die uns anerkannt haben. Natürlich rechnen wir damit, dass uns diese Freunde Palästinas auch ihre Stimme geben.“

Jede Mehrheit kann allerdings durch das Veto eines der fünf ständigen Mitglieder - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - überstimmt werden. Washington hat ein Veto bereits angekündigt, solange es keinen Friedensschluss der Palästinenser mit Israel gibt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Palästinenser`- Konfrontation statt Dialog: Der Kampf um den Rahmen
    Abbas stellt Vorbedingungen die Gegenstand von diesen Verhandlungen sind , das kann nicht akzeptabel sein .
    Abbas will keine Verhandlungen , er will Gewalt !

    Von Ronen Shoval



    „Es wird nicht enden, wenn wir nicht mit einander sprechen'', hat man uns Jahre lang erklärt. Die Behauptung der israelischen Linken war, der Weg zur Lösung des Nahostkonflikts liege im Dialog. Der Gang der Palästinenser zur UNO markiert nun das Ende des Dialogs und den Versuch, Israel einen Palästinenserstaat in gefährlichen Grenzen aufzuzwingen.

    Die zentrale Frage heute lautet, in welchen Rahmen man die Geschichte des Ganges der Palästinenser zu den Vereinten Nationen setzt. Denn wie man eine Geschichte rahmt, ist sehr viel wichtiger für die Wahrnehmung als die Bestandteile der Geschichte selbst.
    ......


    http://haolam.de/index.php?site=artikeldetail&id=6526

  • Hebron Muchtar: „Es wird keinen Palästinenserstaat geben''

    Dies sagen immer mehr Palästinenser. „Die Welt hat von der Realität in der West Bank keine Ahnung'', sagte Scheich Abu Khader Dschabari. „Die Anerkennung eines Palästinenserstaats in der UNO-Vollversammlung würde weder uns noch den Israelis etwas bringen. Mahmoud Abbas hat sich verstiegen und weiß nicht, wie er von dem Baum wieder herunterkommt.'' Der Muchtar aus Hebron erzählte Israel heute in seiner Residenz von den Fehlern, die Israel und die Palästinenser gemacht haben.
    „Für die Juden ist dieses Land heiliges Land, und gemäß islamischer Religion dürfen wir gar nicht über das Land verhandeln. Aus diesem Grund ist ein palästinensischer Staat schon vor seiner Gründung gescheitert. Ein Palästinenserstaat hat keine Basis für seine Existenz. Es hat kein Territorium und keine Bewegungsfreiheit zwischen den Palästinenserstädten.''...............

    http://www.israelheute.com/Nachrichten/tabid/179/nid/23684/Default.aspx

  • Wenn sie doch wissen das es nichts wird mit ihrem Parasitären Gebilde namens Palästina , wo nehmen sie dann ihre Euphorie her ?
    Was versprechen sie sich von einer UN in der klar ist das eine Entscheidung für ein Palästina mit einem Veto verhindert wird ?
    Sicher sind sie nicht sehr realitätsnah ,Ihr Wunschdenken hat nun formen angenommen die rational nicht mehr zu begründen sind . Tagträumer könnte man auch sagen !!!

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