Antwort auf Anklage verweigert
Kein Bekenntnis: Karadzic bleibt stur

Ihm wird Völkermord und Vergeben gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, doch der frühere bosnisch-serbische Führer Radovan Karadzic weigert sich weiter, zur Anklage im Haager Kriegsverbrecherprozess gegen ihn Stellung zu nehmen. Stattdessen will er die Zuständigkeit des UN-Kriegsverbrechertribunals anfechten.

HB DEN HAAG. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn am Freitag vor dem Tribunal in elf Punkten an, darunter Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nachdem Karadzic es in der Anhörung ablehnte, sich schuldig oder nicht schuldig zu bekennen, legte Richter Iain Bonomy für ihn "nicht schuldig" fest - wie in solchen Fällen üblich. Die nächste Anhörung findet am 17. September statt. Beobachter rechnen mit einem langen Prozess. Karadzic will sich in dem Verfahren selbst verteidigen.

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher war am 21. Juli von serbischen Sicherheitskräften festgenommen und später an das UN-Tribunal in Den Haag überstellt worden. Karadzic und sein damaliger Militärchef Ratko Mladic sollen die Hauptverantwortlichen für das Massaker von Srebrenica sein, bei dem 1995 etwa 8 000 Muslime getötet wurden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%