Antwort auf Anschlag
Israelische Hubschrauber beschießen Gaza-Stadt

Kampfhubschrauber haben am frühen Montagmorgen - nur wenige Stunden nach einem Bombenanschlag auf einen israelischen Wachposten im Gazastreifen mit fünf toten Soldaten - Ziele in Gaza-Stadt beschossen. Nach palästinensischen Angaben wurde niemand verletzt.

HB GAZA/TEL AVIV. Es seien jedoch schwere Sachschäden entstanden. Die beiden Helikopter vom Typ Apache hätten mindestens sechs Raketen abgefeuert. Getroffen worden seien auch Metallwerkstätten, berichteten palästinensische Sicherheitsbeamte. Nach israelischer Darstellung werden in Metallwerkstätten Bomben und Raketen gebaut.

Bei dem Attentat an der Grenze zu Ägypten wurden am Sonntag fünf israelische Soldaten getötet und sechs verletzt. Zu der Tat bekannten sich Mitglieder radikal-islamischen Hamas-Bewegung und der Fatah- Organisation. Nach palästinensischen Angaben starb auch ein Fatah- Kämpfer.

„Es gab eine große Explosion im nördlichen Teil des Übergangs Rafah“, sagte Hauptmann Ischai David. Er sprach von einem „geschickt vorbereiteten Angriff“. Nach der ersten Explosion gab es eine weitere und heftige Schießereien, als zwei Angreifer in den Armeeposten eindrangen. Ein palästinensischer Radiosender berichtete, die Stellung sei weitgehend zerstört. Aus dem Armeeposten seien in der Vergangenheit mehrfach Panzer in die Stadt Rafah eingedrungen.

Die israelische Regierung hatte Stunden zuvor beschlossen, bis zu 200 inhaftierte Palästinenser freizulassen. Unterdessen begannen in Israel offizielle Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung unter Führung von Ariel Scharon.

Die neue Palästinenserführung hatte nach dem Tod ihres Präsidenten Jassir Arafat militante Kräfte zur Mäßigung aufgefordert. Als vertrauensbildende Maßnahme Israels sollen die bis zu 200 palästinensischen Häftlinge noch vor der für den 9. Januar angesetzten palästinensischen Präsidentenwahl entlassen werden. Das Kabinett habe beschlossen, unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Scharon ein Komitee für die Prüfung von Justizdokumenten einzusetzen, teilte die Regierung mit.

Der in Israel inhaftierte palästinensische Politiker Marwan Barguti zog am Abend seine Kampfkandidatur bei der Präsidentenwahl zurück. Barguti trete nun doch nicht am 9. Januar als Bewerber um die Nachfolge Jassir Arafats an, erklärten Vertraute des Häftlings in Ramallah. Mit seiner Kandidatur hatte Barguti die Spitze seiner Fatah-Organisation verärgert. Der 45-Jährige wollte gegen den weniger beliebten PLO-Chef und offiziellen Fatah-Kandidaten Mahmud Abbas (70) antreten. Beide hätten sich nach jüngsten Umfragen ein Kopf-an-Kopf- Rennen geliefert.

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