Anwälte eingeschaltet
Berlusconi will Oppositionspolitiker vor den Kadi zerren

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat angekündigt, gegen den Vorsitzenden der größten Oppositionspartei vor Gericht ziehen zu wollen. Piero Fassino, Parteichef der Linksdemokraten (DS), hatte Berlusconi am Wochenende indirekt vorgeworfen, der Drahtzieher von Korruptionsvorwürfen gegen EU- Kommissionschef Romano Prodi und weitere Oppositionspolitiker zu sein. Berlusconi habe daraufhin seien Anwälte eingeschaltet, berichteten italienische Medien am Montag.

HB/dpa ROM. Die Oppositionspolitiker werden von dem wegen Geldwäsche-Verdachts in Untersuchungshaft sitzenden Geschäftsmann Igor Marini beschuldigt, 1997 im Zuge des Kaufs eines Anteils der serbischen Telekom durch die Telekom Italia Schmiergelder kassiert zu haben. Er hat jedoch bisher keine Beweise dafür vorlegen können. Zu dem Zeitpunkt war Prodi Ministerpräsident einer Mitte-Links-Regierung mit Fassino als Außenminister gewesen. Das italienische Parlament hat mit den Stimmen der regierenden Mitte-Rechts-Koalition einen Untersuchungsausschuss zum Fall „Telecom Serbia“ gebildet. Prodi, der Marinis Vorwürfe als „Verleumdung“ bezeichnet hat, will vor dem Ausschuss aussagen.

Auch Fassino hat betont, dass die Vorwürfe Marinis haltlos seien. „Der Drahtzieher sitzt im Palazzo Chigi“ (dem Amtssitz Berlusconis) erklärte er am Samstag. Nach Ansicht der Opposition versuchen die Regierungsparteien mit den Korruptionsvorwürfen vor allem Prodi zu diskreditieren, der als Gegenkandidat Berlusconis bei den nächsten Parlamentswahlen gilt, die spätestens im Frühjahr 2006 stattfinden sollen.

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