Anwohner: US-Bomben fielen auf Sadr-City
US-Militär bombardiert erneut Falludscha

Das US-Militär hat am frühen Dienstagmorgen erneut Ziele in der irakischen Rebellenhochburg Falludscha bombardiert. Dabei sei ein „Präzisionsschlag gegen eine bestätigte Terrorbasis von Abu Mussab el Sarkawi im Süden von Falludscha“ ausgeführt worden, teilte das US-Militärkommando am Dienstag in Bagdad mit.

HB BAGDAD. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs hätten sich mehrere Terroristen dort aufgehalten, um neue Selbstmordanschläge zu planen. Bei Luftschlägen seien in letzter Zeit mehrere Führungsleute der Sarkawi-Organisation „ausgeschaltet“ worden, hieß es weiter. Zunächst lagen keine bestätigten Angaben über mögliche zivile Opfer vor.

Im Bagdader Geschäftsviertel Karrade explodierte am Dienstagmorgen ein Sprengsatz. Nach Angaben von Krankenhausärzten wurde ein Iraker getötet und ein weiterer verletzt. Vor einem amerikanisch-irakischen Kontrollpunkt auf einer Autobahn bei Falludscha sprengte sich am Montag ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen in die Luft. Dabei kamen drei irakische Nationalgardisten ums Leben, mehrere andere wurden verletzt, wie die Polizei in Falludscha am Dienstag mitteilte. Auch unter den US-Soldaten soll es Opfer gegeben haben. Die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad hatte sich am Montag zu diesem und einem anderen Anschlag in der Nähe von Falludscha bekannt.

In der Nacht von Montag auf Dienstag hat das US-Militär nach Augenzeugenberichten das Bagdader Armenviertels Sadr-City beschossen. Die US-Armee selbst weiß nichts von einem Einsatz. US-Kampfflugzeuge hätten die ganze Nacht über weite Teile des Stadtteiles beschossen, berichteten Anwohner. Dutzende Panzer patrouillierten in den Straßen. Auch am Dienstagmorgen hallte Geschützfeuer in den Straßen, das vermutlich von Panzern stammte. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtete, durch die Luftangriffe sei im gesamten Stadtteil der Strom ausgefallen. Das US-Militär teilte mit, es lägen derzeit keine Informationen über einen Einsatz vor.

Die US-Truppen waren in den vergangenen Wochen fast täglich in und um Sadr-City im Einsatz, um Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Moktada el Sadr zu bekämpfen. El Sadr kontrolliert weitgehend das Gebiet, in dem rund zwei Millionen Menschen leben, zumeist Schiiten.

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