Anzahl der Vorwürfe verringert
Lynndie England kommt im Mai vor Gericht

Die in den US-Folterskandal verwickelte Soldatin muss sich vor einem Militärgericht in Fort Hood in Texas verantworten. Wenn sie schuldig gesprochen wird, drohen ihr bis zu siebzehn Jahre Haft.

HB DÜSSELDORF. Die US-Soldatin Lynndie England muss sich wegen des Folterskandals im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib am 3. Mai vor einem US-Militärgericht verantworten. Die Verhandlung finde in Fort Hood im US-Bundesstaat Texas statt, teilte die US-Armee am Donnerstag weiter mit.

Fotos aus dem Abu-Ghraib-Gefängnis, die unter anderem zeigen, wie die heute 22-Jährige einen nackten irakischen Gefangenen an einer Hundeleine hält, hatten im vergangenen Jahr in der ganzen Welt Entsetzen und Kritik an der US-Regierung ausgelöst. England drohen im Falle eines Schuldspruchs bis zu sechzehneinhalb Jahre Haft.

Im vergangenen Monat hatte die Staatsanwaltschaft die Zahl der Vorwürfe von 19 auf neun reduziert, ohne einen Grund für diese Entscheidung zu nennen. England werden unter anderem Misshandlung von Gefangenen, Unzucht, Pflichtversäumnis und Verschwörung vorgeworfen.

Im bisher einzigen Gerichtsurteil gegen einen Beteiligten an dem Folterskandal wurde Englands ehemaliger Geliebter Charles Graner zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen eine weitere ehemalige Aufseherin des Abu-Ghraib-Gefängnisses wird am 12. Mai vor demselben Militärgericht in Fort Hood verhandelt.

Sechs weitere in den Skandal verwickelte Soldaten hatten sich in ihren Verfahren schuldig bekannt und erhielten zum Teil Gefängnisstrafen bis zu acht Jahre.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%