APEC
Asien will sich gegen Europas Krise wappnen

Es ist zwar nur eine Absichtserklärung, doch die 21 Länder des Apec wollen stärker zusammenarbeiten. Handelsbeschränkungen sollen nicht ausgebaut werden. Auch Japan und China haben sich angenähert.
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WladiwostokDie Länder Asiens wollen sich mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum gegen die Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa wappnen. Die 21 Länder des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) zeigten sich auf ihrem Gipfel am Wochenende im sibirischen Wladiwostok entschlossen, die Region vor dem Abwärtstrend in der Euro-Zone zu schützen. Konkrete Schritte dazu wurden nicht bekannt. Die Apec-Staaten, zu denen die weltweit größten Volkswirtschaften USA, China und Japan gehören, beteuerten allerdings, Handelsbeschränkungen würden nicht ausgebaut. Ziel sei vielmehr, den Protektionismus zu verringern. In Zeiten hoher Staatsdefizite "sind wir entschlossen, gemeinsam zu arbeiten, um das Wachstum zu stützen und die Finanzstabilität zu fördern sowie das Vertrauen wiederherzustellen", hieß es in der Abschlusserklärung.

Neben der Schuldenkrise in Europa und ihren globalen Auswirkungen spielte das Thema Lebensmittelsicherheit eine große Rolle auf dem zweitägigen Treffen. Trotz der Folgen der Dürreperiode in den USA und Russland, die die Getreideernte beeinträchtigt, sollen Lebensmittelexporte nicht beschränkt werden. Die Staaten unterstrichen, wie wichtig offene Märkte für die Sicherung eines verlässlichen Nahrungsmittelangebots seien. Sie einigten sich auf eine Liste von 54 Gütern, bei denen die Einfuhrzölle bis 2015 auf nicht mehr als fünf Prozent verringert werden sollen. Dazu gehören unter anderem Zölle auf Wachstumstechnologien im Bereich der erneuerbaren Energien.

Während der chinesischen Konjunktur neuesten Daten zufolge zunehmend die Puste ausgeht, warnte Präsident Hu Jintao vor weiteren Rückschlägen für die Weltwirtschaft: "Es gibt weiterhin einige destabilisierende Faktoren und Unsicherheiten." Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise seien noch längst nicht überwunden. Hu machte deutlich, dass die chinesische Regierung der heimischen Konjunktur weiter auf die Sprünge helfen werde. "Wir werden die Binnennachfrage ankurbeln und ein stetiges und robustes Wachstum unterstützen ebenso wie die grundlegende Preisstabilität", sagte der Präsident der Volksrepublik und kündigte an, 157 Milliarden Dollar in Infrastrukturprojekte zu investieren.

Die Apec-Staaten äußerten sich besorgt zur Schuldenkrise in Europa, begrüßten aber zugleich die dort eingeleiteten Schritte. Ähnlich äußerte sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, die auch am Gipfel teilnahm. Der neuseeländische Ministerpräsident John Key sagte: "Es herrscht die allgemeine Auffassung, dass die Weltwirtschaft etwas fragil ist, aber es gibt Zuversicht, dass dies zu bewältigen ist." Auf die Apec-Länder entfallen weltweit betrachtet 40 Prozent der Bevölkerung, 54 Prozent der Wirtschaftsleistung und 44 Prozent des Handels.

Russlands Präsident Wladimir Putin nutzte als Gastgeber den Apec-Gipfel, um sein Land als Tor nach Asien zu empfehlen. Zugleich kündigte er an, Russland werde bis 2020 seine Getreideproduktion ausbauen und die Exporte verdoppeln. Während die westlichen Industrieländer schwächeln, bietet die Region immer noch ein starkes Wirtschaftswachstum. "Es ist absolut klar, dass die wichtigste Region für das Wirtschaftswachstum in dieser Dekade und wahrscheinlich auch in der nächsten Dekade der Pazifikraum ist", sagte Mexikos scheidender Präsident Felipe Calderon.

Die Regierungschefs von Japan und China kamen am Rande des Gipfels überraschend für 15 Minuten zusammen, um über den seit Wochen schwelenden Territorienstreit zu sprechen. Laut der Nachrichtenagentur JiJi rief Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda den Nachbarn dazu auf, eine "beiderseitig förderliche, strategische Beziehung" zu entwickeln. Hintergrund für die jüngsten Spannungen ist ein Streit über die unbewohnten Inseln Diaoyu und Senkaku.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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