Apec-Gipfel in Bangkok
Bush ruft zu verschärftem Anti-Terror-Kampf auf

Vor dem Hintergrund weiterer Terror-Drohungen gegen die USA sowie des Atom-Streits zwischen den USA und Nordkorea rücken wirtschaftliche Fragen am Vorabend des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Bangkok in die zweite Reihe.

HB BANGKOK. US-Präsident George W. Bush sagte am Sonntag, neue, angeblich von dem Moslem-Extremisten Osama bin Laden stammende Tonbänder zeigten die anhaltende Bedrohung durch den Terrorismus. Während sich einige Länder auf dem am Montag beginnenden Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsrates (Apec) auf Handelsfragen konzentrieren wollen, haben die USA betont, Sicherheit sei eine Voraussetzung von Wachstum und Wohlstand.

„Dies ist immer noch eine gefährliche Welt“, sagte Bush. „Ich denke, das Bin-Laden-Band sollte allen deutlich machen, dass der Krieg gegen den Terror weitergeht, dass weiter eine Gefahr für die freien Nationen besteht, und dass die freien Nationen mehr denn je zusammenarbeiten müssen.“

Der arabische Fernsehsender El Dschasira hatte am Samstag zwei angebliche Bin-Laden-Bänder ausgestrahlt, auf denen der El-Kaida-Chef neue Selbstmordattentate ankündigte und zu einem „Heiligen Krieg“ gegen die USA im Irak aufrief. Ob die Bänder tatsächlich von ihm stammen, ist noch unklar.

Im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm lehnte Bush einen von Nordkorea geforderten Nichtangriffspakt abermals ab, schloss aber eine andere Sicherheitsgarantie nicht mehr aus. „Wenn wir der Meinung sind, dass es eine Möglichkeit gibt, den Prozess nach vorn zu bringen, dann werden wir sie mit unseren Partnern diskutieren. Es wird keinen Vertrag geben“, sagte Bush aber, „das ist vom Tisch.“ China, Russland, Japan und Südkorea, sich die gemeinsam mit den USA um eine Lösung des Streits mit Nordkorea bemühen, sind alle auf dem Apec-Gipfel vertreten. Insgesamt hat die Apec 21 Mitglieder, darunter auch Australien, Peru, Chile, Indonesien und Thailand.

Der chinesische Präsident Hu Jintao erteilte Forderungen der USA eine Absage, China solle seine Landeswährung Yuan aufwerten. Ein stabiler Wechselkurs sei nicht nur gut für China, sondern auch für Asien und den Rest der Welt, sagte Hu. Die USA werfen China vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten und so seiner Exportindustrie unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Nach einem Gespräch mit Bush schlug Hu indes versöhnliche Töne an. Sollten Probleme in den wirtschaftlichen Beziehungen auftauchen, dann wolle China sie im Dialog lösen.

Zuvor hatte der chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan der Nachrichtenagentur Xinhua gesagt, es könne noch eine „relativ lange Zeit“ dauern, bis die chinesische Währung - wie von den USA gefordert - frei umtauschbar werde. In Bangkok, einer Stadt mit zehn Mill. Einwohnern, sind die Sicherheitsvorkehrungen vor dem zweitägigen Gipfel verschärft worden. Straßen wurden abgesperrt, während Bush buddhistische Heiligtümer besichtigte. Rund zwei Kilometer von Bushs Hotel entfernt demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den Irak-Krieg.

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