Apec-Gipfel
Peking stellt sich stur

Weder der G-20-Gipfel noch das Apec-Treffen bringen Fortschritte. Amerika und Asien finden nicht zueinander. Während die USA die chinesische Exportpolitik kritisieren, schießt Peking gegen die US-Währungspolitik. Die Weltwirtschaft muss weiter auf klare Signale warten.
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TOKIO. Auch zwei hochrangig besetzte Gipfeltreffen hintereinander haben Asien und die USA wirtschaftlich nicht einander näher gebracht. Trotz gemeinsamer Schlusskommuniques auf dem G20-Gipfel in Seoul und dem Treffen der Asiatisch-Pazifischen-Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Yokohama blieb eine Neuordnung und Befriedung der Weltwirtschaft aus.

Während US-Präsident Barack Obama erneut Länder mit großen Exportüberschüssen wie China zu einer Stärkung der Binnennachfrage aufforderte, erwiderte Chinas Staatschef Hu Jintao, dass Wirtschaftsreformen in seinem Land nur schrittweise möglich seien. "In Zukunft sollte keine Nation annehmen, dass allein Exporte nach Amerika die Weichen für Wohlstand stellen", sagte Obama. China hingegen schoss einmal mehr gegen die US-Geldpolitik.

Die Tatenlosigkeit macht nicht nur Obama und der US-Wirtschaft, sondern auch Koreas und Japans Unternehmen zu schaffen. Insbesondere Japan leidet unter den Währungsproblemen. "Vor der globalen Finanzkrise lag der Wechselkurs von Dollar zu Yen bei 115 Yen und von Euro zu Yen bei 165 Yen. Heute liegt er bei 112 Yen zum Euro und 80 Yen zum Dollar", klagt Kyocera-Chairman Makoto Kawamura im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Unsere Währung, und nur unsere, wurde in dieser Zeit um 30 Prozent aufgewertet. Ohne ein gemeinsames internationales Vorgehen sind diese Probleme nicht zu lösen."

Das blieb aus. Ähnlich wie beim G20-Gipfel einigten sich die Apec-Staaten lediglich auf eine unkonkrete Strategie für "ausgewogenes, nachhaltiges, innovatives und sicheres Wachstum" und die vage Formulierung, dass man "marktbestimmte Wechselkurse" anstrebe, hieß es in der Abschlusserklärung.

Der chinesische Präsident Hu Jintao hatte in Yokohama zwar die Offenheit seines Land für den Welthandel erklärt und eine langsame Aufwertung des Yuan versprochen. Zeitgleich erneuerte der chinesische Wirtschaftsminister Chen Deming aber die Verbalattacken in Richtung Amerika und US-Zentralbank. Die Fed hatte vergangene Woche angekündigt, für 600 Mrd. US-Dollar Staatsanleihen zu kaufen und damit weitere Mengen an Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Der Kurs des Dollars zu anderen wichtigen Währungen sackte dadurch weiter ab. Die Fed erhöhe damit das gefährliche Ansteigen der Preise in den Schwellenländern, kritisierte Chen Deming. China werde eine derartige Geldpolitik, die zu "importierter" Inflation führe, "nicht tolerieren".

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  • Die Weltwirtschaft muss also auf klare Signale warten. JUHU!

    Freizeit!!! Dann warten wir mal... :)

    ich kann dieses Quatsch nicht mehr hören.

    Aber eines weis ich: Nicht die Chinesen handelt unvernüftig, sondern die USA.

  • Nicht wirklich verwunderlich.
    Genau dieses Ergebnis war auch schon jedem normal denkendem Menschen im Vorfeld klar.
    Es wird also weiterhin Spannungen und Konflike geben, die sich sehr leicht noch weiter hochschaukeln können und werden.
    Sieht insgesamt also nach einem sehr soliden und konstantem Wirtschaftsumfeld aus, nicht wahr ihr lieben Wirtschaftsweisen?

  • Auch wir "Privaten" warten auf klare Signale.
    Was gedenkt die Regierung mit meinen Ersparnissen zu tun?
    Muss ich in mein Geld für steigende Energie-Spar-Mieten zurück legen oder kann ich etwas anderes damit machen? Werde ich die Kosten der Finanzkrise direkter schultern oder kann ich anders planen?
    Wer weiss das schon...

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