Appell an Deutschland und Europa
Gabriel fordert neue USA-Politik

Unter Donald Trump ist die Rolle der USA als weltpolitische Gestaltungskraft geschwächt, sagt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Die Konsequenz: Deutschland müsse eine selbstständigere US-Politik entwickeln.
  • 11

BerlinBundesaußenminister Sigmar Gabriel will die deutsche US-Politik neu justieren. Die USA kämen unter ihrem Präsidenten Donald Trump ihrer Rolle als weltpolitische Gestaltungskraft nur noch „geschwächt“ nach, kritisierte der SPD-Politiker laut einem der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegendem Manuskript für eine Grundsatzrede, die er an diesem Dienstag beim Berliner Forum Außenpolitik der Körberstiftung halten will. Deutschland müsse künftig selbstbewusster seine Interessen vertreten. „Wir müssen selbst unsere Positionen beschreiben und notfalls rote Linien ziehen – unter Partnern, aber an unseren eigenen Interessen orientiert.“

Die „Selbstverständlichkeit, mit der wir die US-amerikanische Rolle als – trotz gelegentlichen Zwistes – behütend sehen“, beginne „zu bröckeln“, zitiert die Zeitung den geschäftsführenden Außenminister aus dem Manuskript. Die Vereinigten Staaten würden Deutschland ebenfalls womöglich anders als vorher betrachten, „als ein Partner unter vielen“. „Das heißt aber auch, dass wir ganz zwangsläufig auch als Wettbewerber wahrgenommen werden.“

Berlin müsse kühler analysieren, wo Deutschland mit den USA „über Kreuz“ liege. Eine selbstständigere Politik gegenüber der USA müsse entwickelt werden. „In diese Partnerschaft werden wir auch zukünftig investieren. Es geht dabei nun auch um eine politische Investition, die den Umgang mit der neuen Lage mit einem strategischen Anker versieht.“

Für Europa gelte: „Heute ist diese Welt weit unbequemer geworden. Und längst merken wir, dass es selbst bei großer wirtschaftlicher Prosperität keinen bequemen Platz an der Seitenlinie internationaler Politik mehr für uns gibt. Weder für uns Deutsche noch für uns Europäer.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Appell an Deutschland und Europa: Gabriel fordert neue USA-Politik"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • >> Unter Donald Trump ist die Rolle der USA als weltpolitische Gestaltungskraft geschwächt, sagt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel >>

    Der abgemagerte Dicke hat doch mit dem Steinzeitmeier aus dem Schloß, der Trump als "Haßprediger" beschimpft hat, das Verhältnis Deutschlands zu Amerika gegen die Wand gefahren. Jetzt plötzlich ist Amerikas Gestaltungskraft....wohl gegenüber Deutschland....geschwächt....?

    Dem müssen die Amis bei seinem UNNÜTZEN, NICHT ZEITGEMÄßEN, Ja DÄMLICHEN Tripp in die USA wohl mächtig ins Horn geblasen haben....!

    Die Sozis haben von der Aussenpolitik NOCH NIE etwas verstanden ! So dämlich wie die agieren und Porzellan zerschlagen het es in jüngster Geschichte nur einer getan : Westerwelle......das war die INKOMPETENZ in Person !

  • Da Gabriel eigentlich ausgemustert ist , frage ich mich auch was geht in seinem Kopf so rum und warum markiert er den AM weiterhin. Amerika soll geschwächt sein , dass ist nur der getrübte Blick von Gabriel. Ganz im Gegenteil wird Amerika von Trump auf neue Beine gestellt und wird keinen Zentimeter seines Einflusses in der Welt aufgeben. Was Trump macht , ist aber die Maden am Körper Amerikas wie Deutschland abzuschütteln und sagt ; Europa muss endlich erwachsen werden. Da Deutschland aber immer noch von Frankreich regiert wird , kann natürlich kein Deutschland entstehen, dass frei und Selbständig entscheidet.

    So sagt Macron zu Schulz wo es lang geht und er will die Merkel weiter neben sich haben , weil die so schön unterwürfig ist ,wie man auch in der Türkei sehen
    konnte. Weiterhin hilft sie mit ,Deutschland durch Masseneinwanderungen zu schwächen so das die Grande Nation an erster Stelle in Europa steht.

    Am liebsten ist Macron, dass Gabriel,Merkel, Schulz und indirekt die Grünen
    Deutschland verwalten. Dann schläft Frankreich besser.

  • Es geht nicht nur um USA-Politik. Derzeit ist D, ist die EU auf die USA angewiesen. Das darf aber nicht so bleiben. Wenn wir nur mal die Nahostkonflikte anschauen, die auch von den USA und Russland mitverursacht wurden, dann muß die EU sich endlich aufraffen, seine Interessen zu vertreten. Der Nahe Osten liegt vor unserer Haustür. Wir sind Betroffene, nicht die USA, Russland oder China. Wenn die EU nicht auf ein politisch unbedeutendes Gebilde absinken will, werden wir auch militärisch mehr tun müssen. Dazu wird mehr Geld erforderlich sein. Das reicht aber nicht, da Geld bekanntlich auch ineffizient ausgeben werden kann. Auch die Einstellung der Politiker und der Bevölkerung wird sich ändern müssen. Wie derzeit zu beobachten, gewinnt z.B. China in Afrika immer mehr Einfluß. Die EU-Politiker halten nur schöne Reden und überweisen den Machthabern Entwicklungshilfe. Dafür schicken die uns Flüchtlinge. China, Russland und die USA nehmen keine Flüchtlinge auf. Auf Dauer können wir Europas Sicherheit nur selbst sichern. Das hindert uns aber nicht daran, zu den USA sehr gute Beziehungen zu haben. Die USA können im Rahmen der Nato militärische Sicherheit bieten (unterstützen) bei einem Angriff durch andere militärische Mächte. Die Bedrohung Europas kommt aber aus einer ganz anderen Richtung. Das wollen die EU-Politiker nicht sehen und die US-Politiker können es nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%