Appell an G20
Barroso und Van Rompuy für Transaktionssteuer

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy haben sich energisch für eine weltweit geltende Transaktionssteuer ausgesprochen: „Es muss mehr getan werden auf globaler Ebene.“
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BrüsselFührende EU-Politiker verlangen von den G20-Ländern weitreichende Reformen des Finanzsektors. Die großen Industrie- und Schwellenländer sollten die Kontrolle über die Finanzmärkte verschärfen, den Banken mehr Eigenkapital vorschreiben und riskante Finanzgeschäfte im außerbörslichen Handel besser überwachen.

Das schrieben EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in einem am Sonntag veröffentlichten Brief an die G20-Staats- und Regierungschefs. Diese treffen sich am 3. und vier November in Cannes.

Barroso und Van Rompuy fordern zudem die weltweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Diese Idee sollte von den G20 „sondiert und weiterentwickelt“ werden. Auf EU-Ebene liegt dazu bereits ein Vorschlag vor, allerdings ist die Steuer unter den 27 EU-Staaten umstritten. Ökonomen halten die Steuer nur dann für sinnvoll, wenn sie weltweit eingeführt wird.

Zur Eindämmung der Schuldenkrise hatte in der vergangenen Woche der Euro-Gipfel einen Schuldenschnitt für Griechenland von 50 Prozent sowie eine effektivere Nutzung des Krisenfonds EFSF beschlossen. „Dieses Paket ist der Beitrag der EU zu Cannes“, schrieben Barroso und Van Rompuy. „Aber es muss mehr getan werden auf globaler Ebene.“

So müssten die seit langem drängenden Probleme bei den weltweiten Wechselkursen angegangen werden. Dabei beziehen sich die EU-Spitzen indirekt auf den chinesischen Yuan und schreiben, es gehe auch um „unterbewertete Währungen in den wichtigsten Wachstumsländern mit Überschuss“.

Die USA und Europa werfen China seit längerem vor, den Yuan niedrig zu halten und sich dadurch unfaire Handelsvorteile zu verschaffen. Barroso und Van Rompuy fordern zudem, der Internationale Währungsfonds IWF solle eine größere Rolle spielen, um das globale Währungssystem stabil zu halten und Wachstum anzukurbeln.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Appell an G20: Barroso und Van Rompuy für Transaktionssteuer"

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  • Es wäre leicht, in den Tenor einzustimmen, aber die Argumentation der Herren deutet doch auf den fehlenden Sachverstand hin. Aufgrund seiner Herkunft sollte er den nachfolgenden Sachverhalt einmal verinnerlichen und sich Gedanken darüber mach, was mit Portugal passiert, wenn es einen sachgerechten Zins zahlen würde.

    Schauen Sie sich einmal die Zinsniveaus an. Dort werden 1, 2 bis 4 % als Zinssatz angeboten. Wer mehr haben will, muss ganz schöne Risiken in Kauf nehmen.

    Schauen Sie sich dagegen die Devisen- und Aktienmärkte an. Dort beträgt die Volatilität zwischen 10 und 30 %.

    Wenn jetzt jemand gute Kursgewinne erzielen will, dann bleibt ihm kaum eine andere Wahl, als sich in den volatilen Märkten (Devisen und Aktien) zu tummeln.

    Scheut er aber die volatilsten Anlagen und strebt zum Ende der Periode ein höheres Realvermögen als zu Anfang an, dann bleibt ihm zwangsläufig keine andere Wahl, als die Volumina und die Umschlagshäufigkeit zu erhöhen.

    Ergebnis:
    Eine höhere Verzinsung im Geld- und Rentenmarkt würde automatisch viele Geldanleger aus den hochspekulativen Märkten abziehen. Unter höheren Zinsen verstehe ich Zinssätze, die nach Abzug von Steuern das reale Kapital am Anfang einer Periode dem realen Kapital am Ende der Periode entspricht. Besser wäre natürlich, wenn ein realer Ertrag am Ende der Periode als Preis für den Konsumverzicht festgestellt würde.

    Solange die vorgenannte Bedingung nicht erfüllt ist -und das ist nunmehr schon seit geraumer Zeit so-, ist jede Altersvorsorge unsinnig. Dem Konsumverzicht in der Ansparphase steht kein entsprechender realer Konsum in der Auszahlungsphase gegenüber.

    Wenn hier also über die Topinsteuer oder Transaktionssteuer diskutiert wird, dann offensichtlich nicht um die Transaktionsvolumina und -geschwindigkeit zu drosseln sondern einzig und allein um weitere Steuern und Abgaben aus dem Volk zu pressen.

  • Finanaztransaktionssteuer: Wenn diese beiden Idioten (Wendehals Barroso u Bürokrat Rompuy) dafür sind, sollte man es auf keinen Fall tun!

  • Da haben sich zwei Volltrottel gesucht und gefunden. Eine Transaktionssteuer ersetzt keine Regulierung. Auch in einem freien Markt muss es ja nun für alle Beteiligten klare Regeln geben. Das gilt insbesondere für die Regierungen. Hätten sich die alle, einschliesslich Deutschlands unter Schröder und Eichel an die Regeln gehalten, wäre die Situation die wir jetzt haben nicht da.
    Wenn diese beiden Komiker nun eine Transaktionssteuer wollen, dann doch nur vor dem Hintergrund dass diese Steuer in die verschwenderischen Kassen nach Brüssel geht. Außerdem glaube ich kaum, dass die Asiaten, besonders Singapore und Hong Kong da mit machen.

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