Arabische Liga lehnt Uno-Resolution ab
Deutschland stockt Hilfe für den Sudan auf

Wegen der andauernden Menschenrechtsverletzungen in der sudanesischen Krisenregion Darfur haben die USA und Deutschland ihren Druck auf die Regierung in Khartum verstärkt. Die USA brachten einen überarbeiteten Entwurf einer Uno-Resolution offiziell im Weltsicherheitsrat ein.

HB NEW YORK. Darin werden dem afrikanischen Land Sanktionen angedroht, wenn die Regierung nicht binnen 30 Tagen das Treiben arabischstämmiger Reitermilizen in der Westprovinz stoppt. Diese gehen seit Wochen gewaltsam gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung in Darfur vor, die eine größere Teilhabe am Wohlstand des Landes fordert. Washington dringt darauf, die Resolution am Donnerstag oder Freitag zu verabschieden.

Auch Außenminister Joschka Fischer verschärfte die Sanktionsdrohungen. Wenn Khartum das Töten in Darfur nicht beende und die geplante Resolution des Uno-Sicherheitsrats nicht befriedigend umsetze, werde die internationale Gemeinschaft Konsequenzen ziehen, sagte Fischer in Berlin.

Dagegen lehnt die Arabische Liga, der auch der Sudan angehört, eine mit Sanktionen bewehrte Uno- Resolution ab. Die Staatengemeinschaft solle sich stattdessen auf eine Bewältigung der Krise und Verhandlungen zwischen der Regierung und den Rebellen im Westen des Landes konzentrieren, sagte ein Sprecher der Organisation. Militärbeobachter der Afrikanischen Union (AU) berichteten gestern von neuen Gräueltaten in Darfur. Bei einem Überfall auf ein Dorf seien Einwohner bei lebendigem Leib angezündet worden. Die AU deutete die Bereitschaft zu einer Militiärmission an. Sudans Außenminister Mustafa Osman Ismail wies den Vorwurf zurück, den Zugang zu der Krisenregion zu behindern. „Darfur ist offen“, sagte er.

Die Bundesregierung hat derweil ihre Soforthilfe für die vom Bürgerkrieg im Sudan betroffenen Flüchtlinge um 20 Mill. Euro aufgestockt. Damit bringt Berlin jetzt insgesamt 32,5 Mill. Euro auf. Die Uno hatte die Staatengemeinschaft um 349 Mill. Dollar für den Sudan gebeten. Davon seien aber erst 158 Mill. Dollar gespendet worden, teilte Uno-Generalsekretär Kofi Annan mit.

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