Arabische Liga: Streit um Luftschläge gegen Assad

Arabische Liga
Streit um Luftschläge gegen Assad

Der Syrien-Konflikt spaltet die Arabische Liga: Die Mehrheit der Staaten will Assad stürzen, einige Länder jedoch sind gegen eine Militär-Intervention von außen. Sie haben noch die US-Invasion in den Irak vor Augen.
  • 12

DamaskusAuch sie wurden von den sich überschlagenden Ereignissen in Washington überrascht. Noch in der Nacht zogen die Außenminister der Arabischen Liga ihre Dringlichkeitssitzung zu Syrien zwei Tage vor und trafen sich bereits am Sonntag in Kairo.

Erst letzte Woche hatte der notorisch zerstrittene Staatenbund in seltener Einmütigkeit das Regime von Bashar al-Assad für die Giftgasangriffe „voll verantwortlich“ gemacht und vom Uno-Sicherheitsrat „abschreckende Maßnahmen“ gefordert „gegen alle, die dieses widerliche Verbrechen mit international geächteten Waffen begangen haben“. Wie diese Abschreckung jedoch konkret aussehen soll, das ließen die Diplomaten auch am Sonntag offen. Darüber sind sich die 22 arabischen Nationen genauso uneins, wie die übrige Welt. Einzig die Mitgliedschaft Syriens in dem arabischen Bündnis ist seit anderthalb Jahren suspendiert, den Platz von Damaskus nimmt vorübergehend der Exil-Dachverband der syrischen Opposition ein.

Im Blick auf mögliche westliche Militärschläge gegen Syrien verläuft im arabischen Lager die Bruchlinie zwischen den Golfstaaten und den nordafrikanischen Staaten an der Mittelmeerküste. Saudi-Arabien, Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben nur ein Ziel vor Augen - den Sturz von Bashar al-Assad. Dies würde ihren regionalen Hauptkontrahenten Iran schwächen und dessen Einfluss auf die schiitischen Araber schmälern, so das strategische Kalkül. Und so wären die gekrönten Häupter am Golf mit Cruise Missiles als Vergeltung für den Giftgaseinsatz durchaus einverstanden, auch wenn sie dies niemals dezidiert fordern oder öffentlich gutheißen würden.

Abgesehen davon sind sie sowieso bei jeder amerikanischen Militäraktion mit von der Partie – wenn auch nur indirekt. In ihren Ländern befinden sich die wichtigsten US-Militärbasen des Nahen Ostens, die regionale US-Kommandozentrale Centcom in Doha, die Einsätze in zwanzig Ländern des Nahen und Mittleren Ostens dirigieren kann, sowie der Marinestützpunkt der 5. US-Flotte in Bahrain.

Die Mittelmeer-Anrainerstaaten hingegen, angefangen von Marokko, über Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten bis zum Libanon und Jordanien, sind strikt gegen ein militärisches Eingreifen von außen. Syriens direkte Nachbarn Libanon, Jordanien und Irak fürchten weitere Flüchtlingswellen. Schon jetzt haben sich in diesen drei Staaten mehr als zwei Millionen Syrer vor dem Massenmorden in ihrer Heimat in Sicherheit gebracht.

Seite 1:

Streit um Luftschläge gegen Assad

Seite 2:

Emotionale Aversion gegen westliche Einmischung

Kommentare zu " Arabische Liga: Streit um Luftschläge gegen Assad"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • #FlashGordon

    ...der Irre aus dem All....

  • Was für eine Lusche und Oberversager dieser Obama doch ist. Busch oder Reagan hätten keine Sekunde gezögert und die Waffen sprechen lassen, und damit diesen feigen Syrer-Spuk ausgelöscht.

    Nur ein toter Syrer ist ein guter Syrer. So einfach ist das !

  • Als es vor 70 Jahren darum ging die deutschen Juden zu retten, hätte es mit Internet die gleichen Kommentare gegeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%