Arabische Staaten sagen Unterstützung zu
Kaum Annäherung bei Irak-Konferenz

Ohne greifbare Ergebnisse ist am Freitag eine zweitägige Irak-Konferenz im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich zu Ende gegangen.

HB SCHARM EL SCHEICH. Der internationalen Gemeinschaft ist bei den Treffen zu den Themen Wiederaufbau und Sicherheit kein Durchbruch gelungen. Auch die von der irakischen Regierung so dringend gewünschte Annäherung zwischen ihren verfeindeten Partnern USA und Iran kam bei den Treffen im ägyptischen Scharm el Scheich nur auf niedriger politischer Ebene zu Stande.

„Die Gelegenheit hat sich schlicht nicht ergeben“, erklärte US-Außenministerin Condoleezza Rice zum Abschluss der Konferenz am Freitag. „Ich hätte sie genutzt.“ Rice hatte Interesse an einer Begegnung mit ihrem iranischen Kollegen signalisiert, der Iran winkte Diplomaten zufolge aber ab. Außenminister Manuchehr Mottaki habe es nicht zu einem tieferen Kontakt kommen lassen wollen, hieß es.

Auch die Gespräche auf Beamtenebene waren sehr kurz und informell. Der US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, sagte, er habe Mottakis Stellvertreter nur für drei Minuten getroffen. Rice und Mottaki tauschten lediglich bei einem Mittagessen am Donnerstag einige Höflichkeiten aus. Am Abend verließ der Iraner ein festliches Essen in dem Moment, in dem die Amerikanerin den Saal betrat. Die beiden sollten der ägyptischen Sitzordnung zufolge einander gegenüber an einem Tisch sitzen. US-Regierungsvertreter vermuteten, die iranische Delegation sei über die Sitzordnung irritiert gewesen.

Die Regierung in Bagdad hat sich mit allem Nachdruck für die Annäherung eingesetzt. Sie wird von den USA unterstützt, arbeitet als Vertreterin der schiitischen Bevölkerungsmehrheit aber auch eng mit dem Iran zusammen. „Es ist sehr im Interesse meines Landes, eine Linderung dieser Spannungen zu sehen“, sagte Außenminister Hoschijar Sebari am Freitag. Es herrsche aber noch viel Misstrauen auf beiden Seiten.

Beratungen zwischen Rice und Mottaki wären der hochrangigste Kontakt zwischen den beiden Staaten seit der Islamischen Revolution 1979 gewesen. Das Treffen hätte zudem den Kurswechsel der USA in der Region unterstrichen, den Präsident George W. Bush nicht zuletzt unter internationalem Druck eingeleitet hat. Am Donnerstag traf Rice ihren syrischen Kollegen und führte Angaben beider Seiten zufolge ein konstruktives und fruchtbares Gespräch. Bush hat beiden Nachbarstaaten des Irans wiederholt vorgeworfen, Extremisten im Irak zu unterstützen.

Dem Abschlusskomunikee der Sicherheitskonferenz zufolge soll sich nun die Arabische Liga stärker für eine Versöhnung der irakischen Sunniten und Schiiten engagieren, deren Konflikte um die künftige Machtverteilung für einen Großteil der Gewalt verantwortlich gemacht wird.

Die Europäische Union bot ihre Unterstützung an. Sie hoffe, „dass mit dieser Konferenz ein langfristiger Prozess regionaler Vertrauensbildung eingeleitet werden kann“, hieß erklärte die deutsche Ratspräsidentschaft. Außer der EU und den Nachbarstaaten des Iraks nahmen an der Konferenz die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sowie die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten und Russland (G-8) teil.

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