Arabische Unruhen
Gewaltbereitschaft in Syrien nimmt zu

Die Proteste in in Syrien gehen weiter - und die Gewaltbereitschaft nimmt auf beiden Seiten zu. Erneut wurden hunderte Demonstranten festgenommen. Im Jemen mehren sich dagegen die Zeichen für einen Machtwechsel.
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Sanaa/Damaskus/KairoIn Syrien gehen die Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad unvermindert weiter. Tausende Teilnehmer einer Trauerfeier für einen getöteten Demonstranten setzten ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Brand. In dem Ort Tafas wurde am Samstag zudem eine Polizeiwache angezündet. Auch in Deraa, das immer wieder zum Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Staatsmacht geworden ist, versammelten sich Hunderte im Zentrum und forderten mehr Freiheit. In der im Süden des Landes gelegenen Stadt starben in der vergangenen Woche Dutzende Menschen, als die Sicherheitskräfte Proteste niederschlugen. Die Regierung versuchte, mit der Freilassung von 260 politischen Gefangenen die Gemüter zu beruhigen.

Mindestens 55 Menschen in Syrien getötet

In Syrien kam es auch in der Hauptstadt Damaskus sowie in Hara im Norden des Landes zu Protesten. In und um Deraa wurden nach Einschätzung von Amnesty International in der vergangenen Woche mindestens 55 Menschen bei Protesten getötet. Medienberichten zufolge starben dort am Freitag mehr als 20 weitere Demonstranten. Deraa ist eine Hochburg der sunnitischen Mehrheit in Syrien, die gegen die Herrschaftselite rund um Assad aufbegehrt. Assad gehört der Minderheit der Alawiten an. Die jüngsten Demonstrationen wären noch vor einigen Monaten in dem mit eiserner Hand regierten Land undenkbar gewesen.

Die staatliche Nachrichtenagentur meldete am Samstag, eine Gruppe Bewaffneter habe am Freitag einen Offiziersclub in der Stadt Homs angegriffen und einen Menschen getötet. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden. Auf Videos in sozialen Online-Netzwerken waren Demonstranten in Homs zu sehen, die ein großes Poster des früheren syrischen Präsidenten Hafis Assad über dem Eingang des Offiziersclubs herunterrissen. Die Echtheit des Videomaterials konnte nicht bestätigt werden.

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