Arabische Welt in Aufruhr
Proteste jetzt auch in Marokko

Die Unruhen in der arabischen Welt erfassen jetzt auch Marokko. Zu Demonstrationen kam es am Sonntag auch im Iran und im Jemen. Der jemenitische Präsident hat der Opposition nun einen Dialog angeboten
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RabatErstmals seit Beginn der Massenproteste in der arabischen Welt forderten auch in Marokko mindestens 2000 Menschen politische Reformen. In der Hauptstadt Rabat verlangten die Demonstranten am Sonntag eine Beschneidung der Macht von König Mohammed. In Tunesien, wo die Proteste ihren Ursprung nahmen, kamen Tausende Demonstranten trotz eines Versammlungsverbots in der Hauptstadt Tunis zusammen, um den Rücktritt der Übergangsregierung zu fordern. Im Jemen schossen Anhänger von Präsident Ali Abdullah Saleh auf regierungskritische Demonstranten in der Hauptstadt Sanaa. In der vorderasiatischen Republik protestieren Tausende Menschen bereits seit neun Tagen gegen die Regierung. Kundgebungen für Demokratie gab es auch in Algerien, in Bahrain, Oman und Kuwait sowie im Kleinstaat Dschibuti am Horn von Afrika.

In Bahrain herrschte am Sonntag nach tagelangen Unruhen gespannte Ruhe. Nach dem Rückzug der Armee in die Kasernen hatten mehrere Tausend Regierungsgegner am Samstag den zentralen Lulu-Platz wieder besetzt und dort Lager aufgeschlagen. Kronprinz Scheich Salman bin Hamad al-Chalifa bedauerte in einem Fernsehinterview den Tod von mindestens vier Demonstranten in den vergangenen Tagen. Auf Weisung seines Vaters, König Hamad bin Issa al-Chalifa, nahm er erste Kontakte zur Opposition für einen nationalen Dialog auf.

Der Dialog kam allerdings noch nicht zustande. Sieben bahrainische Oppositionsgruppen veröffentlichten am Sonntag eine Erklärung. Darin forderten sie „weitere positive Schritte, um den Boden vorzubereiten für einen ernsthaften nationalen Dialog“. Dazu gehöre unter anderem die Freilassung aller politischen Gefangenen.

Im Iran wagte die Opposition am Sonntag neue Proteste. Mehrere Hundert Anhänger der „Grünen Welle“ versammelten sich an mehreren Stellen der Hauptstadt Teheran, wie die Opposition auf ihren Websites mitteilte. Am Nachmittag rückten starke Polizeikräfte mit Tränengas gegen die Demonstranten vor; nach unbestätigten Berichten waren auch Schüsse zu hören.

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